AKTIENTIPS 2001

Möchten Sie die Aktientips von 2010, 2009, 20082007, 2006, 2005, 2004, 2003, 2002, 2000, 1999 oder 1998 sehen?
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01/2001

PARMALAT

Es gibt nicht nur Wachstumswerte im High Tech Bereich, entscheidend ist die Unternehmenskonzeption und das Management für das Wachstum eines Unternehmens. Kaum ein Anleger wird glauben, daß man mit Milch und Milchprodukten in den letzten 10 Jahren ein jährliches Umsatzwachstum von 31,8% und einen jährlichen Gewinnzuwachs von 17,3% erzielen kann. Vielleicht ist deswegen das KGV mit 13,8 so niedrig, obwohl sich der Aktienkurs seit dem Tiefstkurs der letzten 52 Wochen von 1,10 EUR auf 1,83 EUR, zur Zeit 1,65 EUR gesteigert hat. Latte di Parma – Milch aus Parma – hat mittlerweile in über 30 Ländern großen Anklang gefunden. In den ersten 9 Monaten 2000 wurden 5,4 Milliarden EUR umgesetzt, davon fast 60% in Nord- und Südamerika. Jetzt gilt es, die Aktie bekannt zu machen, aber beim Kauf aufgepaßt: wegen der Marktenge sollte man Limitorders geben!

GERRY WEBER

Gerry Weber ist den Damen, die eine gediegene, aber auch schicke Mode lieben, bestens bekannt. Das gleiche gilt für Tennisfans, die das "Gerry-Weber-Open" in Halle mit der Altmeisterin Steffi Graf mit großem Interesse verfolgen. Die Aktie dagegen führte bis jetzt ein Mauerblümchendasein, was dem erfolgsgewohnten Gerry Weber gar nicht schmeckt. Er hat daraufhin ein „Gerry-Weber-Open" für Anleger gestartet und die Vorzugs- und Stammaktien in stimmberechtigte Namensaktien umgewandelt. Damit kennt Gerry Weber, Hauptaktionär zusammen mit seinem Vorstandskollegen, seine übrigen Aktionäre persönlich und kann so ein Vertrauensverhältnis aufbauen. Zur Zeit ist der Einstieg günstig, die Aktie wird nur mit dem 10fachen Gewinn bewertet. In zwei Jahren will man die Umsatzmilliarde (DM) erreichen. Die Aussichten sind günstig, denn aufgrund der bereits erteilten Aufträge für 2001 ist die halbe Miete hierzu schon eingefahren.

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02/2001

ELAN Corp.

ELAN Corp. ist ein ganz besonderes Pharmaunternehmen. Noch vor 5 Jahren betrieb das in Irland angesiedelte Unternehmen ELAN Corp. fast nur Vertragsforschung für große Pharmagesellschaften. Bis man auf den Trichter kam, daß man noch viel mehr verdienen kann, wenn man die erforschten und entwickelten Medikamente selbst herstellt und vertreibt. Betrug der Umsatz im Jahre 1991 erst 100 Millionen USD, sind es jetzt einschließlich der Vertragsforschung (ca. 500 Millionen USD) insgesamt mehr als 1,5 Milliarden USD. Mit dem Wechsel zu einem normalen Pharmaunternehmen wurden verstärkt Firmen übernommen, um den Prozeß zu beschleunigen. Das hat nicht nur Geld gekostet, sondern auch zusätzlichen Ertrag erbracht. Heute verfügt Elan über viele interessante Medikamente auf dem Markt und sehr erfolgversprechende Pharmaprodukte in der Pipeline. Die Aktie ist von 60 USD wieder auf 50 USD zurückgekommen und erscheint bei diesem Preis attraktiv.

KRONES AG

Die KRONES AG ist eine echte Familiengesellschaft, die aber großes Interesse daran hat, sich zufriedene Mitaktionäre zu schaffen. Die Informationspolitik ist gut, wenn es auch an der Spartenberichterstattung hapert. Der Verpackungsspezialist Krone ist Weltmarktführer für Getränkeabfüllanlagen und hat ganz besondere Beschichtungstechniken für PET-Flaschen entwickelt. Nach einer Managementfehlleistung 1993-94 geht es seit 1996 wieder aufwärts. Die Aktie ist billig, weil sie zum Sektor Maschinenbau gehört. Angesichts des guten Gewinnwachstums wird sie , wie kürzlich die FAZ schrieb, vom Markt völlig unterbewertet. Das sollten bald viele Anleger erkennen.

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03/2001

Stork NV

Seit der Talfahrt im Jahre 1997 mit kleinen Zwischenhochs in den Jahren 1998 und 1999 dümpelt der Kurs des Maschinenbauers Stork NV zwischen 12 und 14 EURO und ist damit weit entfernt von den Spitzenkursen um 40 EURO. Nunmehr scheint jedoch charttechnisch und vor allen Dingen fundamental die Konsolidierungsphase beendet zu sein. Das Unternehmen ist gut ausgerichtet auf vier Kernbereiche, in denen Stork teilweise Marktführer ist, wie zum Beispiel von Textildruckverfahren oder Geflügelverarbeitungsanlagen, die sicherlich aufgrund der BSE-Krise verstärkt verlangt werden. Das KGV ist mit 7,6 niedrig, die Dividendenrendite mit fast 6% hoch. Das gleiche gilt für das Chance/Risiko-Verhältnis mit 6,6 zu 1. Die Frage ist nur, wann ein solches Maschinenbau- und Serviceunternehmen bei den Anlegern wieder auf Interesse stößt.

ADC Telecommunications

Im letzten Jahr eilte die Aktie der ADC Telecommunications von einem Höhepunkt zum nächsten. Zwischen 30 und 40 USD gab es Kaufempfehlungen en masse. Jetzt, nachdem die Aktie von 49 USD wieder auf 11-12 USD abgestürzt ist, will sie keiner mehr haben. Dabei hat die Gesellschaft erneut ein exzellentes Ergebnis vorgelegt, nur das 1. Quartal 2001 läßt wie bei allen Telefon- und Netzwerkausrüstern zu wünschen übrig. Wir hatten die Aktie im November 1998 erstmals zu 6 USD analysiert und empfohlen, uns dann aber bei Kursen deutlich über 30 USD wieder verabschiedet. Jetzt sollte man den Wiedereinstieg prüfen, denn die Telekommunikationsbranche wird auch in Zukunft überdurchschnittlich wachsen und ADC Telecommunications ist für dieses Wachstum gut gerüstet. Eine Anlage für den Investor mit Nerven, denn in der augenblicklichen Börsenlage ist nicht abzuschätzen, ob weitere Kursverluste anstehen. Wenn sich allerdings der Markt drehen sollte, verpaßt man häufig den richtigen Zeitpunkt zum Einstieg.

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04/2001

SINGULUS TECHNOLOGIES

- ein zu hart abgestrafter Nemax50-Wert. Im Oktober 2000 empfahlen wir zum ersten Mal Singulus Technologies, allerdings zu einem Kurs von über 50 EUR, jetzt stehen sie unter 20 EUR, obwohl die Zahlen für 2000 deutlich besser waren als prognostiziert. Der Marktführer für Anlagen zur Herstellung von optischen Datenspeichern wie CDs und DVDs konnte Umsatz und Gewinn im Jahr 2000 mehr als verdoppeln. Allerdings zeigte sich im letzten Quartal 2000 ein deutlicher Rückgang der Aufträge. Deswegen hat der vorsichtige Boss Roland Lacher für 2001 erheblich niedrigere Umsatz- und Gewinnzahlen angekündigt. Auch auf dieser Basis ist dieses gut ausgerichtete Unternehmen für den mittelfristigen Anleger eine hochinteressante Anlage, denn in den letzten 10 Jahren ist der Markt, in dem Singulus tätig ist, durchschnittlich um 26% p.a. gewachsen. Das Unternehmen verfügt über 40 Millionen EUR liquide Mittel, 100 Millionen EUR Eigenkapital und hat keine langfristigen Schulden. Unseres Erachtens nach wie vor eine gute Anlage für den hartgesottenen Investor!

SÜDZUCKER AG

- Hohe Rendite versüßt die Investition.
In diesen unruhigen Börsentagen besinnen sich die Anleger auf solide Aktien mit einer hohen Dividendenrendite. Dazu gehört zweifelsohne der größte Zuckerrübenverarbeiter in Europa. Aber auch sogenanntes "Functional Food" wie Isomalt, Orafti und Backzutaten, die immer gebraucht werden, stellt Südzucker her. Speiseeis und Tiefkühlkost wie zum Beispiel Schöller, Mövenpick, Alberto-Pizza und Eismann runden die Produktpalette ab. Nachdem auf EU-Ebene auf Jahre der hohe europäische Zuckerpreis gesichert zu sein scheint, wird Südzucker durch Expansion nach Osteuropa weiter wachsen und solide Gewinn- und Dividendensteigerungen präsentieren. Im Jahr 2000 ist die Dividendenrendite durch eine steuerlich veranlaßte Zusatzausschüttung besonders bei den Vorzugsaktien mit 6,30% sehr erfreulich.

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05/2001

Royal Vopak NV

Unterbewertet mit spekulativem Kicker!
Royal Vopak NV entstand im Jahr 1999 aus der Fusion der beiden Konkurrenten Pakhoed und Van Ommeren. Diese beide zusammen sind nun Nr.1 der Welt für Tanklager geworden mit 23% Marktanteil und 70 Standorten in 27 Ländern. Die Synergieeffekte sind mit 50 Millionen EUR beträchtlich. Darüber hinaus ist dieser Dienstleister für die Öl- und Chemieindustrie nunmehr auch adäquater Verhandlungspartner, zumal gleichzeitig ein Logistikservice aufgebaut wurde, mit dem weltweit operiert werden kann. Das zweite starke Kerngeschäft ist der Chemiehandel, der 2001 eine Größenordnung von fast 5 Milliarden EUR erreichen wird. Vopak ist mit einem aktuellen KGV von 8,2 niedrig bewertet. Die Dividendenrendite ist mit 4,6% hoch. Darüber hinaus spekulieren manche Anleger darauf, daß die Tanklageraktivitäten veräußert werden sollen, und zwar zu Kursen um ca. 40 EUR (Vopak notiert zur Zeit um 27 EUR).

K+S AG

Profitiert von der BSE-Krise und dem Trend zu Naturprodukten – K+S AG.
Kalibergbau war und wird von vielen Analysten als ein unattraktiver Geschäftsbereich angesehen. In den letzten Jahren hat K+S aber der Börsenwelt bewiesen, daß man mit Kali- und Magnesiumprodukten gut Geld verdienen kann. Immerhin ist K+S in diesem Geschäftsbereich die Nr.1 in Europa und Nr. 3 weltweit. 1999 erwarb K+S die COMPO-Gruppe und fertiva und war damit auf einmal ein Spitzenunternehmen der Düngemittelspezialitäten. Zusätzlich wurde das Salzgeschäft ausgebaut und die leergeräumten Kalistollen nutzt man als Entsorgungslager.
Neben dem ehemaligen Großaktionär BASF, der nur noch 17% der Aktien besitzt, haben sich eine Reihe von Investmentfonds bei K+S engagiert. Das hat zu einer sehr guten Kursentwicklung geführt und den Aktionären seit Ende 1996 177% Wertsteigerung verschafft. Da der Gewinn noch stärker gestiegen ist, ist die Aktie mit einem KGV von 12,9 noch immer sehr billig.

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06 - 07/2001

KB Home Corp.

KB Home Corp. – KBH – USD 25,75.
Fertighaushersteller stehen in den USA ähnlich wie in Deutschland nicht hoch im Kurs. Die Branche ist vielen Anlegern zu zyklisch. Steigen Zinsen und Arbeitslosigkeit, werden so große Investitionen wie ein Haus auf bessere Tage verschoben. Das war jedenfalls in den früheren Jahren so.
KB Home, vormals Kaufman & Broad Home, hat uns in den letzten 10 Jahren mit den erwirtschafteten Ergebnissen bewiesen, daß ein Gewinnwachstum von über 20% und eine Umsatzsteigerung von über 15% jährlich fast kontinuierlich möglich sind. In den letzten 5 Jahren ist der Gewinn je Aktie sogar von 1,20 auf 4,25 USD gestiegen. Der Aktienkurs zog jedoch nicht mit, so sich daß das KGV kontinuierlich absenkte und mittlerweile 5,5 beträgt. Bruce Karatz, CEO, schreibt in seinem letzten Geschäftsbericht, daß die Zeiten des starken „Auf und Ab", hervorgerufen durch eine erratische Zinspolitik der Hypothekenbanken, der Vergangenheit angehören. Auch die Inflation hat die Federal Reserve Bank besser im Griff. Starke Bevölkerungseinwanderung und der Baby-Boom führen zu einer langfristigen Nachfrage nach mehr Wohnungen. Davon profitiert der größte Fertighaushersteller der USA mit 23.000 Einheiten pro Jahr. Auch in Frankreich verkauft KB Home für rund 400 Millionen USD alljährlich Fertighäuser.
Diese Aktie lohnt ein näheres Studium, nachdem sie vom Höchstkurs von 38 USD wieder bei 25 USD gelandet ist.

HunterDouglas

HunterDouglas – HUDN – EUR 30,50.
Diese Aktie ist bei den deutschen Anlegern kaum bekannt. Dahinter verbergen sich aber Produkte, die fast jede Familie im eigenen Haus besitzt und schätzt. HunterDouglas stellt weltweit in über 145 Gesellschaften in 80 Ländern Fenster-Jalousien, Decken- und Wandverkleidungen sowie Sonnenblenden her. Diese werden unter den Marken Luxaflex, Luxalon, Sunflex, Silhouette, Duette usw. produziert und vertrieben. Mit 15000 Mitarbeitern wurden im Jahr 2000 1,7 Milliarden EUR umgesetzt. Im Grunde genommen ist HunterDouglas eine Vereinigung von mittelständischen Unternehmen, die global agieren und lokal den Kunden betreuen. Deswegen ist auch die Konzernverwaltung sehr dezentral organisiert. 1919 wurde das Unternehmen in Düsseldorf von dem Vater des jetzigen Vorstandsvorsitzenden Ralph Sonnenberg als Maschinenbaufirma gegründet. Vor dem 2. Weltkrieg wanderte der Unternehmer nach Amerika aus. Nach dem Kriege hatten er und sein Partner die geniale Idee, Aluminium zu Jalousetten zu verarbeiten und bauten damit einen blühenden Betrieb in den USA und Kanada auf. Dieser wurde in den 70er Jahren nach Rotterdam verlegt, und von dort aus wurde ein Weltimperium mit starken Standorten in Nordamerika, Europa, Asien/Australien und Lateinamerika aufgebaut. Seit 1994 wurde der Umsatz fast verdoppelt und der Gewinn mehr als verdreifacht. Die Aktionäre profitierten von einer stetig steigenden Dividende. Auch das KGV von HunterDouglas entwickelte sich gegenläufig zum Gewinntrend. Die Aktie wird zur Zeit nur mit dem achtfachen Gewinn bewertet. Das durchschnittliche Höchst-KGV beträgt immerhin 15,5. Aktuell hat sich das Wachstum verlangsamt und im Hinblick auf die gedämpften Konjunkturaussichten sind die Prognosen des Vorstandes sehr verhalten. Gleichwohl sollte sich ein Investment in den nächsten 5 Jahren auszahlen.

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AES Corp

AES Corp. – AES – USD 45.
Diesen globalen Energielieferanten haben wir schon vor drei Jahren vorgestellt. Seitdem ist die Aktie um 400% gestiegen, im Kurs schneller als im Gewinn. Das hat die Aktie deutlich verteuert. Die Initiative der Bush-Regierung, ein großes Kraftwerkprogramm aufzulegen, um eine Energiekrise zu verhindern, hat uns veranlaßt, erneut eine Analyse von AES zu machen. Auch die Investmenthäuser Raymond James und Bear Stearns haben AES auf die Beobachtungsliste genommen. Dieser weltweit agierende und unabhängige Energielieferant und –verteiler besitzt alle Voraussetzungen um sein überdurchschnittliches Wachstum der Vergangenheit fortzusetzen.

VOSSLOH

VOSSLOH – VOS – EUR 24,20.
Unter dem Dach von Vossloh vereinigen sich zwei Geschäftsfelder, die nur wenig miteinander gemeinsam haben: Eisenbahn & Verkehr sowie Lichttechnik. Zwar macht Eisenbahn & Verkehr mit 66% Umsatzanteil den Löwenanteil aus, aber die Lichttechnik ist nach der Restrukturierung vom Ergebnisbeitrag aus bewertet nicht zu unterschätzen. Wir haben Vossloh 1999 nach dem guten Geschäftsabschluß 1998 vorgestellt, und seitdem hat der Kurs wegen der Ertragsdelle 1999 eine Talfahrt mitgemacht, befindet sich jedoch jetzt wieder auf dem 99er Niveau. Vossloh wird unseres Erachtens ganz entscheidend von den großen Investitionen der Deutschen Bahn AG und deren Konkurrenten profitieren. Sie alle wollen den Transport auf der Schiene intensivieren, nachdem die Straßen aufgrund des stark ansteigenden Individualverkehrs und der Speditionen immer stärker verstopft sind.
„Lage, Lage und nochmals Lage" heißt die Devise bei der Auswahl von Immobilien. Bei Aktien muß es dagegen heißen „Management, Management und nochmals Management".
Bei beiden Unternehmen, die wir diesmal mit dem Wertpapier-Auswahlführer analysiert haben, besticht die Unternehmensführung.

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08/2001

RHÖN-KLINIKUM AG VORZUGSAKTIEN

1973 gegründet, erfolgte der Schritt an die Börse im Jahre 1989. Auch wer erst 1991 die Aktie entdeckt hätte, hätte bis heute neben den Ausschüttungen einen Kapitalgewinn von 600% verbuchen können. Rhön-Klinikum wächst im Umsatz vorrangig durch Übernahme bestehender Kliniken, die schnell auf Vordermann gebracht werden und dann einen überdurchschnittlichen Gewinnbeitrag leisten. Dazu gehört kostenbewußtes, innovatives Management. Der Vorstandsvorsitzende Eugen Münch, dem zusammen mit seiner Familie 25% der Stamm-Aktien gehören, hat in der Vergangenheit bewiesen, wie man in der schwierigen Krankenhausbranche sehr gute Gewinne machen kann. Aufgrund des Umbruchs im Krankenhauswesen ist zu erwarten, daß noch viele öffentliche Krankenhäuser einen privaten Betreiber suchen. Eine gute Chance für Rhön-Klinikum AG, das Wachstum fortzusetzen.

AMERICAN POWER CONVERSION

Je mehr Computeranlagen, je mehr Netzwerke, Datenbanken und Telefonsysteme entstehen, desto mehr sind die Dienste der American Power Conversion gefragt. Das Unternehmen wurde 1981 von drei Energiewissenschaftlern des berühmten Massachusetts Institute of Technology (MIT) gegründet, und man wollte zunächst die Nutzung der Solarstromerzeugung erforschen. Schon bald verlagerte sich die Tätigkeit auf die Sicherstellung der Stromversorgung von hochempfindlichen elektronischen Geräten. Diese müssen nämlich ununterbrochen mit Strom versorgt werden, dessen Spannung kaum schwanken sollte. Dieses Power-Management hat American Power Conversion übernommen. 1988 wurde die Aktie an der Börse zu 7,50 USD eingeführt. Zahlreiche Aktiensplits korrigierten den Kurs auf 0,125 USD. Heute wird die Aktie mit über 13 USD gehandelt und hat schon Höhen von fast 50 USD gesehen. Mit dem Kurszusammenbruch der IT-Branche, für die American Power Conversion vornehmlich arbeitet, brach auch der Kurs von APC sehr stark ein, obwohl sich Umsatz und Gewinn nur relativ gering zurückbildeten. Zu Kursen um 13 USD ist diese Aktie ein attraktives Investment für den geduldigen, risikofreudigen Anleger.

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09/2001

KARSTADT QUELLE AG

In den letzten 10 Jahren ist Karstadt nicht vom Fleck gekommen. Die Dividende betrug 1991 0,61 EUR, heute 0,67 EUR, der Gewinn je Aktie ist von 1,87 EUR auf 1,57 EUR mit dem Zwischenspiel einiger Verlustjahre gesunken. Auch die Aktienkurse haben sich kaum verändert. Wer 1991 zum Höchstkurs von 33,44 EUR gekauft hat, konnte bei einer Kurssteigerung auf 41,7 EUR einen kleinen Gewinn einheimsen. Karstadt Quelle-Aktien gehörten damit definitiv nicht zu den Wachstumsaktien. Es sieht jedoch so aus, als ob sich unter dem neuen Vorstandschef Wolfgang Urban das Blatt wendet. Bis 2003 soll der Gewinn vor Steuern um fast 200% steigen. Damit würde eine Umsatzrendite von 4% erreicht. Das ist eine Größenordnung, die wohl dem Branchenstandard entspricht. Darüber hinaus ist nunmehr der Konzern mit den Sparten Warenhäuser und Versandhandel gut ausgerichtet. Dazu kommen die Wachstumsbereiche Touristik und B2B-Handel sowie Immobilien. Karstadt verfügt über einen erheblichen Immobilienbesitz in Toplagen, die einen Wert darstellen, der deutlich über dem Kurswert des Unternehmens liegt.
All dies spricht für ein Engagement, auch wenn die Karstadt-Aktie aus der Spitzenliga DAX 30 vertrieben wurde.

TYCO INTERNATIONAL LTD.

Anhänger dieses Mischkonzerns, bekannt für seinen unersättlichen Hunger auf neue Unternehmen, qualifizieren ihn als den bisher noch nicht entdeckten Nachfolger des Wachstumsstars General Electric. Kritiker weisen darauf hin, daß sich im Zuge der großen Akquisitionen der Good-will-Posten auf über 24 Milliarden USD aufgetürmt habe. Darüber hinaus wurde dem CEO L. Dennis Kozlowski vorgeworfen, er habe durch nicht zulässige Bilanzierungsmethoden seine operativen Ergebniszahlen aufgebläht. Eine siebenmonatige Prüfung der SEC hat jedoch keinen Mißbrauch ergeben. Der hohe Good-will-Posten ergibt sich zwangsläufig aus der aggressiven Akquisitionspolitik, entscheidend ist jedoch, daß die neuen Beteiligungen bisher zum Gewinn verstärkt beitragen. Tyco hat es verstanden, in den letzten 10 Jahren Umsatz und Gewinn jährlich um 30% bzw. 26% zu steigern. Eine wohl ausgewogene Branchenstruktur und eine sehr kluge Akquisitionspolitik haben zu diesem Ergebnis geführt. Zur Zeit ist die Aktie mit einem KGV von 16 auf Basis der Gewinnschätzungen 2002 bei einem Kurs von 52-54 USD preiswert.

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10/2001

HAGEMEYER NV

Hagemeyer gehört heute zu den größten Fachhändlern für elektrische Produkte, welche die Industrie ganz allgemein und die Bauindustrie insbesondere beliefern. Über Elektrogroßhändler in zahlreichen europäischen Ländern, in den USA und in Asien/Pazifik werden nicht nur eine Vielfalt von Produkten geliefert, sondern eine intensive Beratung bei der Auswahl der Produkte angeboten. Dabei nehmen sogenannte MRO-Produkte (Maintenance, Repair and Operation) für die Instandhaltung, Reparaturen und den Betrieb von Anlagen eine besondere Stellung ein. In den letzten Jahren wurde eine Internet-Plattform aufgebaut, um die Kunden umfassend zu informieren und die Ordererteilung und –abwicklung zu vereinfachen. Seit 1999 befindet sich Hagemeyer in einer Transformation von einem Handelshaus für Endverbraucher und professionelle Abnehmer zu einem Großhandel, der ausschließlich professionelle Kunden betreut. Das hatte zu einer Verlangsamung der Gewinnentwicklung geführt. Diese Phase ist weitestgehend überwunden, so daß zukünftig wieder der Gewinn stärker dem Umsatz folgen sollte. Im September wurde diese Aktie wie viele andere in den Keller gejagt, obwohl im ersten Halbjahr der Umsatz um 20% und der Gewinn vor Goodwill-Abschreibungen um 11,8% gesteigert werden konnte. Die Zwischendividende wurde von 0,24 auf 0,25 EUR angehoben. Bei einem KGV von7,9 ist die Aktie ausgesprochen preiswert.

TELEFLEX INC.

Es gibt noch Unternehmen, die seit 15 Jahren ununterbrochen jedes Jahr den Aktionären höhere Umsätze, höheren Gewinn und höhere Dividenden erwirtschaften. Dazu gehört Teleflex. 1985 betrug die Dividende 0,08 USD und ist seitdem jedes Jahr erhöht worden, im Jahre 2000 auf 0,58 USD. Analysten erwarten, daß der Gewinn je Aktie von 2,83 USD (2000) auf 3,22 USD bis 2002 steigen wird. Zur Zeit wird die Aktie mit einem KGV von 12,8 im Vergleich zum durchschnittlichen KGV der letzten 5 Jahre in Höhe von 15,6 außerordentlich günstig bewertet. Teleflex ist sehr dezentral organisiert und erwirtschaftet in 80 Betrieben mit 16000 Mitarbeitern einen Umsatz von 1,764 Milliarden USD. Davon entfallen 40% auf Auslandsumsatz. Hauptziel ist es, langfristig zu wachsen. Zahlreiche Akquisitionen, die in der Regel gut integriert werden, tragen zur Hälfte zum Wachstum bei. So stetig wie die Unternehmensentwicklung ist der Kursverlauf keinesfalls. Allein im Jahre 2000 schwankte der Kurs zwischen 25 USD und 45 USD, 2001 erreichte er sogar 50,99 USD. Es ist also eine gute Gelegenheit, in diesen soliden Wachstumswert um 37 USD einzusteigen.

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11/2001

HEINEKEN N.V.

Der holländische Bierbrauer erforscht den deutschen Biermarkt. Nach ersten zaghaften Versuchen, über eine Niederlassung 1200 Erlebnisgaststätten mit Heineken Bier zu versorgen, allerdings mit magerem Erfolg, wurde Anfang des Jahres 2001 eine gemeinsame Gesellschaft mit der Schörghuber Gruppe gegründet. Diese hat vorrangig das Ziel, das hochangesehene Paulaner Bier als Spezialbier weltweit zu vertreiben. Über diese Partnerschaft will Heineken auch verstärkt den deutschen Biermarkt erkunden. Klugerweise hat sich Heineken bisher von dem zersplitterten, wenig profitablen deutschen Biermarkt ferngehalten. Stattdessen wurden mit den Marken Heineken und Amstel die Welt erobert. Heineken ist heute die bedeutendste internationale Braugruppe und dazu sehr profitabel. Der Kurs ist erfreulicherweise von dem Hoch im Jahre 2000 von 56 EUR auf 40 EUR heruntergekommen. Dabei sind die Gewinne gestiegen. Das macht die Aktie attraktiv, auch in Zeiten, in denen die Wirtschaft nicht boomt, denn dann wird unter Umständen aus Kummer noch mehr Bier getrunken. Die Aktionäre erhalten neben einer etwas mageren Dividende alle drei Jahre sogenannte Gratisaktien, das heißt eine steuerfreie Verteilung von einbehaltenen Gewinnen in Form von Aktien. Das liebt der bekannte Großaktionär Heineken mit seiner Familie besonders und die übrigen Aktionäre auch.

JACK HENRY & ASSOCIATES, INC.

JACK HENRY & ASSOCIATES, INC. ist ein Wachstumswert par excellence, wenn auch nicht billig. Jack Henry gründete 1976 diese Servicegesellschaft für kleinere und mittlere Banken. 1985 erfolgte der Gang an die Börse und 2000 verschaffte sich das Unternehmen mit einer Kapitalerhöhung rechtzeitig noch einmal 60 Millionen USD. Heute hat das Unternehmen keine langfristige Schulden und eine Kriegskasse für weitere Akquisitionen. Die Programme, der Service und die Hardware sind bei den Banken beliebt, denn der Kundenwechsel ist minimal, statt dessen wächst die Kundenzahl, zur Zeit 2850, stetig. Aber mit über 8000 Banken und 11000 Finanzinstituten gibt es viel Raum für Wachstum. Seit 12 Jahren hat das Unternehmen ununterbrochen Umsatz und Gewinn gesteigert, und zwar den Umsatz um 34% jährlich und den Gewinn je Aktie um 30% jährlich. Selbst im letzten Quartal zum 30.9.01, in dem durch den verbrecherischen Terrorangriff die Verkaufsaktivitäten seit dem 11.9.01 zum Erliegen kamen, stieg der Umsatz immer noch um 12% und der Gewinn je Aktie um 23%. Auch wenn das aktuelle Chance/Risiko-Verhältnis der Aktie mit 2,5 zu 1 nicht optimal ist, sollte ein risikofreudiger Anleger einen Kauf um 23 USD wagen.

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12/2001

REHABCARE GROUP

REHABCARE GROUP war die Aktie des Jahres 2000. Mit einem Gewinnwachstum von 25% auf Zinseszinsbasis in den letzten 10 Jahren war das Unternehmen in aller Munde. Forbes Magazin stufte sie unter Nr. 7 der 100 besten kleinen Aktiengesellschaften ein. Business Week bezeichnete Rehabcare als eine der 100 besten kleinen Aktiengesellschaften 2001. Rehabcare wurde in den Russell 2000 und in den Standard and Poor’s Small Cap 600 Indizes aufgenommen. Rehabcare versorgt Krankenhäuser, Pflegeheime, niedergelassene Ärzte usw. mit qualifiziertem Pflegepersonal und hat verschiedene Dienstleistungsprogramme entwickelt, mit denen sie die Hospitäler, Pflegeeinrichtungen und Ärzte unterstützen können. Der Bedarf an solchen qualifizierten Diensten zu einem günstigen Preis ist in den USA sehr groß. Diese Aktie, die sich nach einer Verlangsamung des Gewinnzuwachses von 25% auf 17% im Kurs halbiert hat, ist mit einem aktuellen KGV von 13 sehr preiswert. Das Unternehmen hat keine langfristigen Schulden und ist im Markt, allerdings mit nur 500 Millionen USD Umsatz, führend.

STADA ARZNEIMITTEL AG

STADA ARZNEIMITTEL AG, die sich lieber Stada Die GesundheitsAG nennt, gehört zu den Generikaherstellern, welche die heute so gefragten preiswerten, aber ebenso wirkungsvollen Arzneimittel produzieren. Daneben hat man sich auf Produkte zur Selbstmedikation und im Wellnessbereich sowie auf Spezialpharmaka für die Segmente Onkologie und Impfwirkstoffe konzentriert. Das Unternehmen verzeichnet ein überdurchschnittliches Wachstum und war in diesem Jahr der Renner des M-DAX. Gleichwohl ist die Aktie noch relativ preiswert, denn der Gewinn ist ebenso kräftig gestiegen. Das Unternehmen hat eine Eigenkapitalquote von über 50% und ist damit solide finanziert. Die Aktie ist nicht billig, aber vielversprechend.

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