AKTIENTIPS 2003

Möchten Sie die Aktientips von 2010, 2009, 2008, 2007, 2006, 2005, 2004, 2002, 2001, 2000, 1999 oder 1998 sehen?
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01/2003

Loewe AG

Im Jahre 2002 erlitt der Kurs der Loewe Aktie eine Talfahrt sondergleichen. Der Kurs fiel von über 30 EUR auf fast 10 EUR, jetzt 11,10 EUR. Hauptgrund war der Gewinnverfall im dritten Quartal, in dem sich mehrere negative Faktoren kumulierten: Marktanteile gingen verloren, weil bestimmte Produkte nicht rechtzeitig auf den Markt gebracht werden konnten, der Aufbau einer Vertriebsorganisation in den USA war teuerer als erwartet, und wegen der schlechten Börsenentwicklung mußte der Deckungsstock der Pensionskasse, die auch in Aktienfonds investiert hatte, aufgefüllt werden. Zu allem Überfluß war der Vorstand auch reichlich pessimistisch hinsichtlich der Ergebnisse für das 4. Quartal. Aber mittelfristig strahlt der Vorstand Zuversicht aus: der Umsatz soll um 8% jährlich steigen, das EBIT um 10% und das Ergebnis je Aktie sogar um mehr als 10%. Die Dividende von 0,85 EUR soll gehalten werden, und das bedeutet auf heutiger Kursbasis eine Rendite von fast 7,7%. Der Aktienkurs notiert knapp über dem Buchwert. Das sind alles Fakten, die einen Kauf attraktiv machen.
Ein genaues Studium dieses Spezialisten für hochwertige Fernseher und Multimedia Systems erscheint angebracht.

TEVA Pharmaceuticals Industries Ltd.

TEVA Pharmaceuticals Industries Ltd. gehören zu den größten Generikaherstellern und -vertreibern der Welt. Hauptsitz ist in Israel, aber der Hauptumsatz wird in den USA (über 60%) und in Europa (über 22%) gemacht. Die Kosten für die Gesundheit explodieren. Neben den Personalkosten für die erforderliche Pflege kranker Menschen bilden die Arzneimittel den Hauptkostenfaktor. Die regulären Pharmaunternehmen, die in teilweise jahrzehntelanger Forschung und Entwicklung neue wirksamere Medikamente marktreif machen, werden von Generikaherstellern, die Nachahmerprodukte von Medikamenten, deren Patentschutzzeit abgelaufen ist, zu deutlich niedrigeren Preisen vermarkten, kräftig unter Druck gesetzt. Das Ergebnis sind höhere Wachstumsraten der Generikahersteller bei Umsatz und Gewinn.
Dies gilt auch für Teva, die jährlich um 18% wachsen, und das seit 10 Jahren. Deswegen ist die Aktie wohl auch sehr teuer. Sollte das Gewinnwachstum anhalten, erscheint jedoch ein Kauf attraktiv. Das ergibt sich aus den mit dem Stock Selection Guide ermittelten Zahlen und aus der Wachstumsbeschleunigung im Jahre 2002 im Vergleich zu den Vorjahren.

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02/2003

Fuchs Petrolub AG

Auch in unruhigen Börsenzeiten gibt es sichere Häfen. Eine Anlage in Fuchs Petrolub Vorzugsaktien scheint es zur Zeit zu sein. Nach einer Konsolidierung und Restrukturierung in den Jahren 1999 bis 2001 hat sich dieser weltgrößte unabhängige Schmierstoffproduzent wieder erholt und präsentierte in den ersten 9 Monaten des Jahres 2002, völlig unabhängig von der Konjunkturentwicklung, starke Wachstumszahlen. Dieses Familienunternehmen ist auch sehr dividendenorientiert, eine höhere Ausschüttung ist in Sicht. Bereits auf Basis der letztjährigen Ausschüttung ergibt sich eine Rendite von 5,8%. Die Dividende muß nach neuem Steuerrecht nur zur Hälfte der Einkommensteuer unterworfen werden. Vielleicht wegen der Dividendenfreundlichkeit, aber insbesondere wegen der guten Investor Relation Politik, einschließlich einer informativen Webseite, hat sich die Zahl der Privatanleger seit 1995 auf 7726 verdoppelt.

Toyota Motor

Autoaktien gehören sicherlich nicht zur Zeit zu den Lieblingen der Börse. BMW und DaimlerChrysler notieren unter 30 EUR. Jeder erwartet einen deutlich geringeren Absatz und wegen des schwachen Dollars auch weniger Gewinn, aber wenn die Kurse im Keller sind, obwohl Umsatz- und Ergebniszahlen eine andere Sprache sprechen, muß man anfangen zu analysieren. Ein Studium der Geschäftsentwicklung von Toyota Motor, die immer noch mehr als 40% ihres Umsatzes im krisengeschüttelten Japan machen, zeigt die Wachstumsstärke dieses Unternehmens einer eigentlich zyklischen Branche. Der Kurs hat sich seit 2000 fast halbiert, der Gewinn je Aktie ist dagegen um rund 75% gestiegen und es ist der Wille des Managements so fortzufahren. Aktienkäufe unter 3000 Yen sollten daher kein allzu großes Risiko bedeuten.

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03/2003

Harley-Davidson

In den letzten Monaten haben sich auch die Harley-Davidson-Aktienkurse kräftig nach unten bewegt, obwohl das Unternehmen trotz Konjunkturflaute den Umsatz um 20% und den Betriebsgewinn um 32,8% steigern konnte. Besonders in den USA, sicherlich im Vorgriff auf den 100sten Jahrestag, legte der Absatz kräftig zu (18%). Da in den USA auch die höchsten Margen erzielt werden, wirkte sich das beim Betriebsgewinn überproportional aus. Aufgrund des niedrigeren Kurses bei kräftig gestiegenen Gewinnen, rutschte die Aktie, bewertet mit dem Wertpapier-Auswahlführer, endlich in die Kaufzone. Value Line hat zwar noch gewisse Bedenken und beurteilt die Aktie hinsichtlich "Timeliness" nur mit Rang 2, dafür gibt die Aktien-Analyse der Aktie jedoch mit 5 Sternen die höchste Bewertung.

Schering AG

Schering AG kauft verstärkt seine Aktien zurück.
Das Pharmaunternehmen Schering wird nur mit dem eineinhalbfachen Umsatz bewertet. Eine solch niedrige Kennziffer veranlaßt den Vorstand, das Aktienrückkaufprogramm verstärkt fortzusetzen, denn so billig sind die Aktien des Unternehmens selten zu erwerben. Daß der Vorstandschef davon auch persönlich überzeugt ist, zeigt sein Kauf von 1000 Aktien am 17.1.2003 zu 42,70 EUR, immerhin fast 30% teuerer als aktuell (Kurs 28.2.03 EUR 34,70).
Auch die Analyse mit dem Wertpapier-Auswahlführer ergab: dieser Pharmawert ist solide und preiswert.

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04/2003

DePfa Bank plc.

eit dem 24.3.2003 gehört zum M-DAX ein neues, uns aber in einer anderen Gesellschaftsform schon seit vielen Jahren bekanntes Bankinstitut: die DePfa Bank plc. Keine Hypothekenbank mehr, dafür aber eine Bank, die sich darauf spezialisiert hat, ausschließlich öffentliche Kreditnehmer zu bedienen. Diese verfügen in der Regel über zwei entscheidende Vorteile. Zum einen sind sie sehr kredithungrig und zum anderen in der Regel pleite-resistent. Die neue DePfa Bank verfügt darüber hinaus schon jetzt über ein Rating, von dem viele "normale" Banken nur träumen können. Wenn dieses Rating auf "AAA" verbessert werden kann, wird die DePfa im Kreditgeschäft erst richtig Geld verdienen. Aber schon jetzt verdient das Unternehmen gut, bloß die Kursentwicklung läßt zu wünschen übrig. Unsere Studie (im Concerta Aktienservice) läßt hoffen, daß dies nicht auf Dauer so bleibt.

IVG Immobilien AG

Eine typische Euroland Anlage mit viel Substanz und einer kontinuierlich ansteigenden Dividendenrendite. Dafür steht IVG Immobilien AG mit einer Dividendenrendite von 5,5% und einem Nettoinventarwert von 14 EUR bei einem Kurs von 6,39 EUR. Auch die übrigen Kennziffern sind günstig, und ganz besonders einleuchtend ist das Firmenkonzept. Ausgesuchte Büro und Gewerbeimmobilien wurden in Metropolen von 11 europäischen Ländern gebaut oder erworben. Mit Projektentwicklungen wurden bisher interessante Extragewinne realisiert. Auch bei dem neuen Berliner Flughafen mischt IVG mit. Es muß aber wohl noch viel Wasser die Spree herunterfließen, bis die Stadt Berlin dieses ehrgeizige Projekt realisieren kann. Vielleicht hilft die DePfa mit einem Infrastrukturkredit, natürlich verbürgt durch das Land Berlin!

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05/2003

AFLAC Inc.

AFLAC Inc.-Aktien sind die beliebtesten Anlagen der amerikanischen Investmentclubs, weil das Management dieses Unternehmens es verstanden hat, über viele Jahre hinweg zweistellige Zuwächse zu erwirtschaften. Es ist ein typisches Wachstumsunternehmen, welches außerdem exzellente Investor-Relation-Arbeit macht, insbesondere auch für den kleinen Privatanleger. Deswegen ist es nicht verwunderlich, daß 45% der Aktionäre Privatanleger sind und nur 55% Institutionen. Das Management selbst besitzt 7% der Aktien, immerhin im Werte von über einer Milliarde USD. Das Versicherungsunternehmen AFLAC konzentriert sich regional auf Japan (76% des Geschäftes) und die USA, und hat sich auf risikoarme Lebensversicherungen und Zusatzversicherungen für besondere Krankheitsfälle wie Krebs, aber auch für Risiken der Alterspflege konzentriert.

Drägerwerk AG

Drägerwerk AG kommt aus einer Turnaround-Situation. Im Jahre 2000 schrieb man noch tiefrote Zahlen, 2001 wurden diese wieder schwarz und 2002 wurde der Gewinn, allerdings auf niedriger Basis fast verdoppelt. Da die Umsatzrendite mit 1,5% ausgesprochen mager ist, müßte hier noch erhebliches Steigerungspotential gegeben sein. Nicht umsonst ist der Vorstand im Gegensatz zu vielen Unternehmensführern recht optimistisch für das Geschäftsjahr 2003. Dräger hat eine Sonderkonjunktur, die durch das Joint Venture mit Siemens in der Medizintechnik noch verstärkt wird. Unsere Analyse zeigt uns, daß die Aktie schon relativ teuer, aber immer noch attraktiv ist.

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06/2003

MEDION

Die MEDION-Aktie gehörte 2002 noch dem Nemax-50 Index an und erlebte wie alle anderen Werte in diesem Technologie- und Venture-Index eine heftige Berg- und Talfahrt. Allerdings hatte MEDION mit einem sehr erfolgreichen Geschäftskonzept immer Erträge erwirtschaftet und Dividenden gezahlt. Darüber hinaus betrug und beträgt das Eigenkapital rund 40% der Bilanzsumme. Verzinsliche Bankschulden kennt man kaum. Seit 1999 hat MEDION auf Jahresbasis den Umsatz um über 37% und den Gewinn je Aktie um über 36% gesteigert. Wir haben in unserer Prognose die Steigerungsraten halbiert, weil die bisherigen Ergebnisverbesserungen auf Dauer sicherlich nicht durchgehalten werden können. Auch bei dieser vorsichtigeren Bewertung ergeben sich attraktive Kennziffern, die zu einem Kauf einladen.

METRO

METRO-Aktien haben ebenso wie Medion-Aktien eine Berg- und Talfahrt hinter sich. Der drittgrößte europäische Einzelhändler ist jedoch ein DAX-30 Wert mit einer respektablen Börsenkapitalisierung. Die Ergebnisse 2002 und die Daten des 1. Quartals 2003 haben überzeugt, so daß sich der Kurs vom Tiefststand von EUR 15,22 wieder auf über 26 EUR erholt hat. Gegen den Trend, d.h. gegen den Verbraucherstreik, konnte die Metro-Gruppe den Umsatz und noch stärker den Gewinn steigern. Die Neuausrichtung und die gezielte Auslandsexpansion haben dazu entscheidend beigetragen. Die Mehrheit der Analysten erwartet eine Fortsetzung der positiven Entwicklung, denn die Nettoumsatzrendite ist mit ca. 1 % noch sehr mager (Umsatz 51,5 Milliarden EUR, Konzernjahresüberschuß 502 Millionen EUR). Einen Wermutstropfen stellen die knappe Eigenkapitalfinanzierung, der hohe Goodwill-Betrag und die Fremdverschuldung dar. Hier müssen Verbesserungen vorgenommen werden, bevor verstärkt Expansion betrieben wird. Insgesamt gesehen ist die Aktie aufgrund unserer Bewertung mit dem Wertpapier-Auswahlführer jedoch für den etwas risikofreudigeren Anleger ein interessantes Investment, zumal auch die Dividendenrendite mit 3,84% recht attraktiv ist.

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07/2003

BÖWE SYSTEC AG

BÖWE SYSTEC AG, die Paper Management Gesellschaft mit Spitzentechnologie, hat den Durchbruch auf dem größten Markt für ihre Produkte und ihren Service geschafft. Die Über-nahme von 50% der Anteile an Bell + Howell, dem Hauptkonkurrenten in den USA neben Pit-ney Bowes, hat dazu geführt, daß BÖWE für seine Spitzenprodukte und seine Dienstleistungen das breit angelegte Servicenetz von Bell + Howell in den USA nutzen kann. Dieser Markt macht 40% des Weltmarktes aus und ist damit entscheidend für BÖWE, um auch Weltmarktführer zu werden. Die Aktie ist noch billig. Die Dividendenrendite beträgt 4,4% und das aktuelle KGV um 10. Darüberhinaus hat BÖWE SYSTEC die Chance, in den M-DAX oder TecDAX aufzusteigen, obwohl sich über 63% des Grundkapitals in festen Händen befindet. Die Aktie gehört aktuell dem S-DAX-Index an und hat sich für den Premium Standard qualifiziert.

Sanofi-Synthélabo S.A.

Sanofi-Synthélabo S.A. ist das zweitgrößte Pharmaunternehmen in Frankreich mit einem Marktanteil von 8% im Heimatland. Sehr stark vertreten ist die Gesellschaft in den USA, wo 45% des Betriebsgewinns erwirtschaftet werden. Zur Zeit leidet der Kurs etwas, da Generika-Unternehmen eine Klage anstrengen, wonach das US-Patent eines Hauptproduktes, genannt Pla-vix, 2004 auslaufen soll. Sanofi vertritt die Auffassung, daß dies erst 2011 der Fall sein soll. Eine gerichtliche Entscheidung wird erst 2004 erwartet. In den letzten 5 Jahren konnte Sanofi Umsatz und Gewinn jährlich um mehr als 15% steigern. Es bestehen berechtigte Aussichten, daß dies sich so fortsetzt, denn Sanofi verfügt über eine erfolgreiche Forschung. Über 52 Wirkstoffe wer-den zur Zeit entwickelt, davon befinden sich 23 in Phase II und III, also kurz vor der endgültigen Antragstellung. Die Bilanzzahlen sind exzellent. Das Eigenkapital beträgt mehr als 60% der Bi-lanzsumme. Der Kurs hat sich gleichwohl von in der Spitze 85 EUR in Richtung 50 EUR be-wegt, so daß das aktuelle KGV von 18 bis 20 sehr attraktiv erscheint.

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08/2003

Leoni AG

Leoni AG hat sich in den letzten Jahren zum weltweit führenden Spezialisten für Bordnetzsysteme, Kabel und Kabelnetze sowie Drähten entwickelt. Noch vor 30 Jahren ein mittelständischer Betrieb, beschäftigt Leoni AG heute 9 von 10 Mitarbeitern im Ausland, vornehmlich in Osteuropa, wo die Lohnkosten bis zu 1/30 des Aufwandes in Deutschland betragen. 2003 entstehen zwei große Werke in der Ukraine und Rumänien. Die Facharbeiter werden von Mitarbeitern der Fabrik in Polen angelernt. Die polnische Fabrik gehört zu den produktivsten Einheiten überhaupt. Die Aktie hat in den letzten Monaten kräftig zugelegt, ist aber im Vergleich zu anderen Autozulieferern noch preiswert, denn 2004 wird sich Umsatz und Gewinn aufgrund der Auftragslage voraussichtlich kräftig erhöhen.

Zapf Creation AG

Zapf Creation AG ist zwar nicht so bekannt wie der Barbie-Puppenhersteller Mattel und macht auch weniger als 10% des Umsatzes von Mattel, aber die Umsatzrendite ist dafür doppelt so hoch. Zapf ist ein Spezialist für Spiel- und Funktionspuppen. Nach der Eroberung des deutschen Marktes wurden die Marktanteile in Großbritannien, Spanien, Frankreich und den USA kräftig gesteigert. 1932 wurde die Gesellschaft von Max Zapf gegründet, 1992 von der TA Triumph-Adler AG erworben und im April 1999 erfolgreich an der Börse eingeführt. Zunächst im S-DAX ist sie jetzt dank der exzellenten Geschäftsentwicklung in den M-DAX aufgestiegen. Von 1999 bis 2002 betrug der Umsatzanstieg jährlich über 15%, und der Gewinn legte um über 20% zu. Das Unternehmen ist solide finanziert und die Informationspolitik vorbildlich. Ein Studium mit dem Wertpapier-Auswahlführer zeigt, daß die Aktie nach den Übertreibungen im Jahre 2000 wieder kaufenswert ist.

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09/2003

Johnson&Johnson

Johnson&Johnson gehört zu den Blue Chips des Dow Jones-Index. Es ist die siebtgrößte Pharmafirma in der Welt. Rund 50% des 37-Milliarden-USD-Umsatzes werden mit Pharmazeutika gemacht, 35% des Umsatzes entfallen auf Medizintechnik und 18% auf Hygiene- und Pflegeartikel.
Die Bilanz strotzt vor Gesundheit, denn 56% der Bilanzsumme sind Eigenkapital (22,7 Milliarden USD). JNJ gehört zu den seltenen US-Gesellschaften mit einem AAA-Rating.
Die Wachstumsraten befanden sich in den letzten 10 Jahren immer im unteren zweistelligen Bereich. Die Bewertung ist stets hoch gewesen, so daß auch jetzt mit dem 20fachen Gewinn bewertet wird. Das Durchschnitts-KGV liegt jedoch bei 27.
Für Aufsehen sorgte die neue Stent-Serie, genannt Cypher Stents. Es handelt sich um mit medizinischen Chemikalien beschichtete Gefäßstützen, die die Arterien auf Dauer offen halten sollen. Durch den Einsatz von Stents können teure und stark belastende Bypass-Operationen häufig vermieden werden. Aber JNJ macht auch weniger spannende Produkte wie Penaten, o.b. und bebe. Die Produktpalette ist breit angelegt und sicherlich ein Schlüssel zu dem langfristigen Erfolg.

Techne Corporation

Techne Corporation ist ein interessantes Biotechnologie-Unternehmen, welches 1981 gegründet wurde. Heute ist Techne Corporation führend im Bereich Cytokine und verwandten Biotech-Produkten sowie in der Entwicklung und Produktion von Ganzblutkontrollen. Bemerkenswert ist die Geschäftsentwicklung. Von 1998 bis 2002 wurde der Umsatz von 67,3 auf 130,9 Millionen USD fast verdoppelt, und der Jahresüberschuß stieg von 15,2 auf 38,7 Millionen USD. Bezogen auf die letzten 10 Jahre erreichte der Gewinn je Aktie einen ununterbrochenen jährlichen Zuwachs von 27,1%. Es ist verständlich, daß das KGV relativ hoch ist, im Schnitt der letzten Jahre über 35, aktuell um 30,5.

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10/2003

Micronas Semiconductors Holding AG

Vor einem Jahr war Micronas noch am Neuen Markt notiert. Allein das müßte eigentlich abschrecken, eine Studie zu machen und sogar eine Empfehlung auszusprechen. Seit 1. Januar 2003 gehört die Aktie dem Prime Standard Segment an. Unabhängig davon wird sie schon seit 1996 an der SWX Swiss Exchange gehandelt. Dieser Halbleiterhersteller, der sich auf kundenspezifische Systemlösungen für Unterhaltungselektronik, besonders für Fernseher, spezialisiert hat, legt seit 1999 schwarze Zahlen vor, wenn auch mit gewissen Schwankungsbreiten. Das ist jedoch bei dieser zyklischen Wachstumsindustrie unvermeidbar. Eine Dividende wird nicht gezahlt. Dafür hat sich das Eigenkapital prächtig entwickelt, zuletzt durch eine Kapitalerhöhung im Jahre 2002. Zwei Dinge sind bemerkenswert: Die Fidelity Fund Gruppe hat am 20.8.2003 eine Beteiligung von 5,09% am Kapital angemeldet und der Markttechniker Alfons Cortés hat im September in FuW eine Studie mit der Überschrift "Im Herbststurm Micronas kaufen" veröffentlicht. In dieser Studie hat er aber auch kundgetan, daß die Aktie sehr volatil sei, man also Nerven behalten oder warten muß, bis die Aktie noch billiger ist.

Biovail Corporation

Biovail ist ein Pharmaunternehmen, daß Anfang der 80er Jahre in Kanada gegründet wurde, aber mittlerweile sein Hauptgeschäft in den USA, dem größten Pharmamarkt der Welt, hat. Dort ist Biovail auch seit den 90er Jahren an der NYSE zugelassen. Biovail ist mit das erste Unternehmen, welches sich darauf spezialisiert hat, die von den Patienten eingenommenen Medikamente zeitverzögert wirken zu lassen. So können Medikamente, deren Patente abgelaufen sind, viel besser und länger zu einem höheren Preis vermarktet werden. Mittlerweile vertreibt Biovail über 20 eigene Produkte in Nordamerika selbst und im Rest der Welt über strategische Partner. Die Erfolgsstory ist mehr als bemerkenswert. So ist der Umsatz in den letzten 10 Jahren von 15 Millionen USD auf 788 Millionen USD gestiegen und der Gewinn erhöhte sich von minus 0,04 USD im Jahre 1993 auf 1,77 USD 2002. Zusätzlich erhöhte sich das Eigenkapital von 7,5 auf 845,7 Millionen USD. Wer 1994 zum Höchstkurs von 0,7 USD tausend Aktien für 700 USD erworben hätte, könnte sich heute über einen Aktienwert von 36.750 USD freuen. Ob es so weiter geht, wird die Zukunft erweisen.

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11/2003

E.ON AG

Ursprünglich wurde das Unternehmen als eine Volksaktie unter dem Namen VEBA privatisiert.
Das Hauptgeschäft bestand aus Stromerzeugung, Ölförderung und Verarbeitung sowie Handel. Dann stieg man mit der angesammelten Liquidität ins Telekommunikationsgeschäft, insbesondere den Mobilfunk, ein, versuchte sich in der Elektronikbranche, sah in der Chemie einen wesentlichen Geschäftszweig. Mit der Fusion von VEBA und VIAG, dem bayerischen Gegengewicht, wurde die Gesellschaft ein Industriekonglomerat, verdiente zwar gut Geld, das Management erkannte jedoch rechtzeitig, daß diese Ausflüge in andere Industriebranchen nicht optimal waren. Der Chef Ulrich Hartmann änderte rechtzeitig die Geschäftspolitik und verkaufte mit großem Gewinn Beteiligungen für rund 44 Milliarden EUR. Mit den Erlösen wurden die neuen Kerngebiete Strom und Gas ausgebaut. Heute ist E.ON ein Welt-Energiekonzern mit starken Interessen in Europa und einem ausbaufähigen Standbein in den USA. Die Aktie ist preiswert und die Dividende hoch. Wenn die Pläne des Managements Realität werden, kann auf Basis des heutigen Kurses um 43 € die Dividendenrendite bis 2006 von 4% auf 6% steigen, davon sind wegen der Halbeinkünfteregelung nur die Hälfte zu versteuern.

GlaxoSmithKline (GSK)

GSK ist im Jahre 2001 aus der Fusion der Pharmaunternehmen GlaxoWellcome und SmithKlineBeecham entstanden. Dieses Unternehmen ist mit 34 Milliarden USD und einem Gewinn von 7,5 Milliarden USD nach Pfizer die zweitgrößte Pharmagesellschaft der Welt. Zunächst mußten erhebliche Fusionskosten verkraftet und die Gesellschaft neu ausgerichtet werden. Analysten befürchteten nach dem Auslauf von Blockbuster-Medikamenten, daß nicht genügend Ersatzprodukte in der Pipeline seien. Im Jahr 2003, insbesondere im 3. Quartal, überraschte die Gesellschaft mit deutlichen Gewinnverbesserungen, weil infolge der Fusion erhebliche Kostensenkungen realisiert werden konnten. Das Unternehmen ist nicht nur sehr gewinnstark, sondern es erwirtschaftet einen bemerkenswerten hohen Free Cashflow. Im 3. Quartal 2003 betrug er alleine rund 3 Milliarden USD. Damit hat GSK genug Finanzkraft, um das Geschäft autonom zu steigern. Eine Megafusion sei, so der CEO, nicht notwendig und auch nicht beabsichtigt. Die erwirtschaftete Liquidität wird auch zum Rückkauf von Aktien eingesetzt, um den Gewinn je Aktie zu steigern und damit hoffentlich auch den Kurs zu verbessern. Das aktuelle KGV von 15,6 erscheint angesichts der Wachstumschancen von rund 13% p.a. niedrig.

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12/2003

GfK AG

Es gibt ein Beratungsunternehmen in Deutschland, welches zu den 5 führenden Instituten in der Welt gehört. Es handelt sich um das Marktforschungsinstitut mit dem Kürzel "GfK". Nur wenige wissen, daß es seit 70 Jahren besteht, über 5000 Mitarbeiter in über 50 Ländern beschäftigt. Hauptsitz ist in Nürnberg. Gewachsen ist es durch Akquisitionen, Kooperationen oder durch Zusammenschlüsse auf partnerschaftlicher Basis. Die GfK-Gruppe untersucht in fünf Marktsegmenten die Vorlieben und Kaufentscheidungen von Konsumenten: Ad hoc Forschung, Consumer Tracking, Health Care, Non-Food Tracking und Medien. Auch in der derzeitigen Konjunkturflaute, oder gerade deswegen, laufen die Geschäfte relativ gut. Bemerkenswert ist die starke Verbesserung der Umsatz- und Kapitalrendite der GfK, ein Zeichen für gutes Management. Die Aktie, erst 1999 an der Börse eingeführt (Prime Standard), war zunächst restlos überbewertet. Mit sinkenden Kursen und steigenden Gewinnen ist der Kauf jedoch interessant geworden. Eine Studie mit dem Wertpapier-Auswahlführer empfiehlt sich.

Quest Diagnostics Inc.

Bei der schwachen Verfassung des USD erscheint eine Empfehlung zum Studium einer amerikanischen Aktie gewagt. Unser Anlagehorizont ist jedoch längerfristig ausgelegt und bezieht sich auf das Unternehmen selbst, im übrigen wird das Dollarrisiko immer geringer, je stärker dieser gefallen ist. Quest Diagnostics ist in den 60er Jahren gegründet worden, und zwar als ein Labor im Großraum New York, welches Ärzten, Kliniken etc. exzellenten Testservice preiswert zur Verfügung stellt. Nach Übernahme durch Corning expandierte die Gesellschaft auf nationaler Ebene und wurde durch Corning 1996 als separate Gesellschaft unter dem Namen Quest Diagnostics an die Börse gebracht. Im Jahre 1999 gelang mit dem Erwerb der SmithKline Beecham Laboratories der Durchbruch zur führenden Laborgesellschaft für diagnostische Tests, Informationen und Dienstleistungen in den USA. Seitdem ist SmithKline Beecham mit 21% der ausgegebenen Aktien Großaktionär. Die Wachstumsraten in der Vergangenheit sind beeindruckend. Die Kursentwicklung hat sich seit 2002 normalisiert, so daß sich eine nähere Analyse dieser Aktie anbietet.

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