AKTIENTIPS 2004

Möchten Sie die Aktientips von 2010, 2009, 2008, 2007, 2006, 2005, 2003, 2002, 2001, 2000, 1999 oder 1998 sehen?
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01/2004

Henkel KGaA - Vorzugsaktien

Konsumgüteraktien wie Unilever, Nestle, aber auch Procter & Gamble, Colgate Palmolive etc. sind zwar zur Zeit nicht besonders gefragt, aber die Henkel-Aktien sollte man sich näher an-schauen. Im Jahre 1999 wurde das Chemiegeschäft in Cognis BV ausgegliedert, Bayer folgt jetzt bekannterweise. 2001 wurde dieser Bereich verkauft und Ende 2003 landete Henkel den Coup, Dial Corporation zu übernehmen, nachdem der Kauf von Wella AG fehlschlug. Dieser nicht gerade preiswerte Erwerb kann eine neue Ära bei Henkel einleiten. Zuvor wurde schon eine Spe-zial-Haarstyling- und Kosmetikfirma in den USA erworben. In den nächsten Jahren wird Henkel die Früchte der Umstrukturierung ernten und durch neue Akquisitionen verstärkt wachsen. Auch der in unserem Concerta-Aktienservice veröffentlichte Wertpapier-Auswahlführer deutet auf eine Trendwende hin.

Samsung Electronics

Samsung Electronics wurde von vielen Analysten einmal ein südkoreanischer Gemischtwaren-laden in Sachen Elektronikartikel genannt. Heute haben viele Konkurrenten festgestellt, daß Sam-sung mit hochinnovativen und intelligenten Produkten die Märkte erobert, sei es nun bei den Mobiltelefonen oder bei den Flüssigkristall-Fernsehern. Im Hauptgeschäft Speicher-Chips hat Samsung durch hochmoderne Produktionsverfahren die Nase vorn. Deswegen ist es auch nicht verwunderlich, daß nach einem Ertragseinbruch im Jahre 2001 schon 2002, aber erst recht 2003 wieder Höchstleistungen vorgelegt wurden. Die Aktie, obwohl sie auf dem Höchststand der letzten 52 Wochen notiert, ist auf Basis der Bewertung mit dem SSG immer noch nicht ausgereizt.

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02/2004

Novartis NA

Novartis NA wird langsam wieder interessant. Nach einem zaghaften Kursausbruch beginnen auch Chartisten auf das Unternehmen aufmerksam zu werden. Das Übernahmekarussell im Pharmabereich hat mit der Sanofi-Attacke auf Aventis diese Industrie wieder ins Rampenlicht gerückt. Heute ist Novartis noch Nummer 5 unter den Pharmaunternehmen weltweit. Das kann sich mit dem möglichen Sanofi/Aventis-Zusammenschluß ändern. Novartis selbst besitzt 33,3% aller stimmberechtigten Aktien vom Konkurrenten Roche, aber die Aktionäre von Roche wollen zur Zeit lieber unter sich bleiben, gleichwohl ist es für Novartis ein interessantes "strategisches Investment".

Die Geschäfte von Novartis, welches 1996 aus dem Zusammenschluß von Sandoz und Ciba-Geigy entstanden ist, laufen sehr gut. Das Unternehmen hat etliche vielversprechende Medikamente kurz vor der Zulassung und investiert viel in die Forschung zur Sicherung des langfristigen Erfolges.

Porsche AG

Porsche AG hat seit 1996 die Aktionäre jedes Jahr mit besseren Ergebnissen überrascht. Auch in den letzten Jahren, als die Konjunktur lahmte, steigerte Porsche AG den Gewinn jährlich durchschnittlich um über 28%. 2003 war das Jahr des Cayenne, der Porsche zu exzellenten Gewinnzahlen verhalf. Die Aktien sind relativ niedrig bewertet. Das kann mehrere Gründe haben. Börsennotiert sind nur die stimmrechtslosen Vorzugsaktien, die häufig niedrigerer bewertet werden als stimmberechtigte Stammaktien, Ausnahme Henkel. Das Unternehmen ist aus dem DAX geflogen, weil es keine Quartalsberichte veröffentlicht und auch nicht den Corporate Governance Kodex unterschreibt. Mit drei Modellreihen Cayenne, Boxster und der 911-Serie ist die Produktpalette recht einseitig. Jedes neue Modell muß deswegen einschlagen wie der Cayenne, um die Erfolgsstory fortzusetzen. Porsche hat dies jedoch seit 1996 mit Bravour durchgezogen und die Aktionäre sind sehr gut dabei gefahren, allerdings ist die Bewertung an der Börse dem nicht gefolgt, denn die durchschnittlichen Kursgewinnverhältnisse sind mittlerweile von fast 50 im Jahre 1996 auf gut 12 im Jahre 2004 gesunken. Hier sollte sich bald eine Trendwende einstellen.

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03/2004

ABN AMRO Holding

ABN AMRO Holding gehört zu den Spitzenunternehmen der europäischen Banken. Das gilt insbesondere im Hinblick auf den erwirtschafteten Gewinn 2003 von über 3 Milliarden EUR und dem Aufwand/Einnahmenverhältnis von nur 67%. Auch die Aktionäre profitieren davon, denn die Dividende wird um 5,5% auf 0,95 EUR erhöht.. Das entspricht einer Dividendenrendite von 5%. Seit 1993 wurde die Dividende um fast 200% von 0,34 EUR auf 0,95 EUR erhöht. Das aktuelle KGV liegt bei 10. Unter der Führung ihres ehrgeizigen CEO Rijkman Groenink agiert die Bank flexibel, innovativ und erfolgreich. Im Aktienkurs hat sich das noch nicht ausreichend niedergeschlagen. Mehr darüber im CONCERTA-Aktienservice, Ausgabe März 2004.

Balda AG

Balda AG war für die Aktionäre seit der Börseneinführung im Herbst 1999 kein erfreuliches Investment. Nach einem Höhenflug von 10 EUR auf 51 EUR innerhalb weniger Monate erreichte der Kurs einen Tiefstwert von 2,2 EUR im Jahre 2002. Mittlerweile hat sich dieser auf 7,2 EUR etwas erholt. Völlig unabhängig von dieser dramatischen Kursentwicklung hat das Unternehmen seit Börseneinführung den Umsatz deutlich von 60 Millionen EUR auf 272 Millionen EUR gesteigert, nur der Gewinn brach 2001 nach einem Höhenflug im Jahr 2000 mit 13,6 Millionen EUR auf 1,1 Millionen EUR ein, zwischenzeitlich erholte er sich 2003 auf über 11 Millionen EUR. Diese Berg- und Talfahrt hängt mit dem Geschäft der Balda AG zusammen, die Formschalen für Handyhersteller aus Hochleistungskunststoff produziert. Mittlerweile hat Balda AG einen Marktanteil weltweit von 15%. Dafür mußten auch international Produktionskapazitäten aufgebaut werden, die erhebliche Mittel erforderten. 2003 konnten die Finanzen konsolidiert werden und das Eigenkapital durch eine Privatplazierung von Aktien von 77 Millionen EUR auf fast 100 Millionen EUR aufgestockt werden. Auch eine Wandelanleihe in Höhe von 12 Millionen EUR diente der Konsolidierung der Finanzen. Damit hat die Balda AG eine gute Basis für weiteres Wachstum. Für 2004 geht Vorstand Gut von 315 bis 320 Millionen EUR Umsatz und einen um 25% auf 27 bis 28 Millionen EUR steigenden Vorsteuergewinn aus.
Dieser ehemalige Nemax50-Wert fühlt sich im SDAX zwar wohl, aber strebt mittelfristig auch den Aufstieg in den MDAX an. Durch die Erhöhung des Streubesitzes auf 45,6% der Aktien ist ein wichtiger Schritt umgesetzt worden. Die ausführliche Analyse ist im CONCERTA Aktienservice, Ausgabe März 2004 abgedruckt.

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04/2004

Funkwerk AG

Funkwerk AG wurde von der Hörmann-Gruppe 2000 an die Börse gebracht. Man brauchte offensichtlich Eigenkapital, um das weitere Wachstum zu finanzieren. Die Gesellschaft erfreute die Aktionäre mit Umsatz- und Gewinnwachstumsraten von jeweils rund 60% pro Jahr seit 2000. Zunächst stieg im Rahmen der Börsenhype-Phase der Kurs von 17 EUR auf über 44 EUR, der Gewinnentwicklung weit vorauseilend. Kursgewinnverhältnisse von 87,9 im Jahr 2000 und 58,8 im Jahr 2001 waren die Folge. Erst jetzt nach 4 Jahren entspricht die Bewertung dem Wachstum oder liegt sogar darunter. Ein Grund, sich die Aktie näher anzuschauen. Das Unternehmen ist Markt- und Technologieführer für professionelle Kommunikationssysteme für europäische Bahngesellschaften geworden. Durch eine Kapitalerhöhung, die außerhalb der Börse plaziert wurde, beträgt das frei verfügbare Börsenkapital fast 90 Millionen EUR und damit die Chance, daß Funkwerk irgendwann in den TecDax aufgenommen wird.

Amgen

Amgen heißt der Biotechnologieriese aus Thousand Oaks, Kalifornien. Bisher bestreitet dieses Unternehmen im wesentlichen aus drei Produktgruppen seinen Umsatz von fast 10 Milliarden USD. Vor drei Jahren hatte das Management erkannt, daß die Medikamentenpalette deutlich verbreitert werden muß. Roger Perlmutter, vormals bei Merck, wurde als Forschungschef angeheuert und hat in diesen drei Jahren die Pipeline mit vielversprechenden Blockbuster-Kandidaten gefüllt. Dabei ist er auch den Weg über Lizenzen oder Allianzen mit kleineren Biotechfirmen gegangen, die für ihre Produkte einen starken Partner suchten. In der Durststrecke der letzten Zeit hat sich der Kurs in Richtung Südost bewegt. Charttechnisch mag keine Eile mit einem Investment geboten sein, aber auf Basis einer fundamentalen Bewertung sollten Kurse deutlich unter 60 USD zum Aufbau einer Position genutzt werden. Das ist jedenfalls die Botschaft einer Analyse mit dem Wertpapier-Auswahlführer im Concerta-Aktienservice, Ausgabe April 2004.

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05/2004

Beiersdorf AG

Nach der schwierigen Neuordnung der Aktionärszusammensetzung steckt das spekulative Element nicht mehr im Aktienkurs von Beiersdorf AG. Der Kurs pendelt jetzt um 90 EUR. Zu solchen Kursen ist ein Engagement in diesen soliden Wachstumswert, der mit Nivea groß geworden ist, interessant. Wenn auch noch 78% der Aktien in festen Händen sind, gibt es jetzt einen Großaktionär, nämlich Tchibo, und eine Reihe von Aktionären wie Allianz mit 7,85% der Aktien und Hamburg mit 10%, die sich sicherlich zur gegebenen Zeit von diesem Engagement trennen werden. Dann aber wird der "Free Float" mit rund 40-50% der Aktien so groß, daß Beiersdorf ein klarer DAX-Anwärter wird. Wer Qualität und Wachstum sucht, sollte sich die Beiersdorf-Aktie, die wir in unserer Mai-Ausgabe vorstellen, näher anschauen.

H&R Block Inc.

H&R Block Inc. hilft den Amerikanern bei ihrer Steuererklärung, ist aber auch in Kanada, Australien und Großbritannien tätig. Jedes Jahr müssen die Amerikaner bis zum 15. April ihre Steuererklärung einreichen. Wahrscheinlich allein aus diesem Grund ist bei Block nicht das Kalenderjahr das Geschäftsjahr, sondern es beginnt am 1.5. und endet am 30.4. des nächsten Jahres. Während in den ersten drei Quartalen Verluste oder nur kleine Gewinne produziert werden, wird die Ernte im 4. Quartal eingefahren. Um etwas weniger saisonabhängig zu sein, betreibt Block auch Hypothekenvermittlung, Investmentberatung und persönliche Finanzplanung. Damit hat man insgesamt sehr gut in den letzten 10 Jahren verdient. Der Umsatz, mittlerweile 4,2 Milliarden USD, stieg im Schnitt um 13% pro Jahr und der Gewinn je Aktie sogar um 22% pro Jahr. Zur Zeit ist die Aktie relativ günstig mit dem 18fachen Gewinn bewertet. Gemäß unserer Studie in der Mai-Ausgabe des Concerta-Aktienservice erscheint eine Anlage in diese Aktie einer näheren Untersuchung wert.

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06/2004

SunGard Data Systems, Inc.

SunGard Data Systems, Inc. gehört zur Kategorie der Management-Buy-Out-Gesellschaften. 1983 initiierte der Bereichsleiter für die Wiederherstellung zerstörter Firmendatenbanken der Sun Co, Philadelphia, eine mit Kredit finanzierte Übernahme dieser Sun Co Abteilung. Schon 1986 ging die Gesellschaft an die Börse. Laut Value Line sind seit 1993 alle wesentlichen Firmendaten jedes Jahr besser als im Vorjahr. Neben dem ursprünglichen Geschäftszweig wurde eine Software für Finanzdienstleister entwickelt und vertrieben, die heute von 47 der 50 größten Finanz-dienstleister genutzt wird. Die Gesellschaft hat mehr als 20.000 Kunden in über 50 Ländern, 77% des Geschäftes wird jedoch immer noch in Nordamerika getätigt, gefolgt von Großbritannien mit 17%. Seit dem IPO (Initial Public Offering) stieg der Umsatz jährlich um 25% von 69 Millionen USD auf 2955 Millionen USD. Der Gewinn je Aktie verbesserte sich um 18% p.a. von 0,08 USD auf 1,27 USD. Alle anderen Kennziffern sind ähnlich. Auch im ersten Quartal legte der Umsatz im Vergleich zum 1. Vorjahresquartal um 25% auf 841 Millionen USD zu. Allerdings legte der Gewinn je Aktie nur um 12% auf 0,29 USD zu. Deswegen ist die Aktie auch etwas preiswerter geworden und macht sie damit attraktiv für ein eingehendes Studium, welches wir im Rahmen des Concerta-Aktienservice in der Juni-Ausgabe gemacht haben.

Zehnder Group AG

Zehnder Group AG ist eine typische Familiengesellschaft, in der mittlerweile die 4. Generation der Zehnder Familien durch Hans-Peter Zehnder mit Erfolg das Unternehmen voranbringt. Die Familiengesellschafter halten zwar nur 16,9% des Kapitals, beherrschen jedoch das Unternehmen mit 50,4% der Stimmrechte. Dies kann auch der Grund sein, weswegen die Aktie sehr moderat bewertet wird, denn Anleger erwarten im Zeitalter der Corporate Governance, daß eine Aktie auch nur ein Stimmrecht hat. Auch die geringe Zahl von handelbaren Aktien in der Größenord-nung von rund 250.000 Stück erschwert den Börsenhandel. Andererseits zeigt das Unternehmen, welches als Bauzulieferer unter der Baukrise in vielen Ländern Europas zu leiden hat, ein robu-stes Wachstum, insbesondere beim Ertrag. Hieran partizipieren die Aktionäre mit einer Dividen-denrendite von über 3,6%, nachdem die Ausschüttung um 11 CHF auf 44 CHF angehoben wer-den soll. Für den Privatanleger, der eine finanziell gesunde und ertragreiche Aktienanlage sucht, ist die Zehnder Group AG, die wir in der Juni-Ausgabe des Concerta-Aktienservice vorstellen, ein genaues Studium wert.

 

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07/2004

Bechtle AG

In 20 Jahren hat sich ein IT-Spezialist von einer Ein-Mann-Gesellschaft zu einem Unternehmen mit 3100 Mitarbeitern hochgearbeitet und ist heute der größte unabhängige IT-Dienstleister in Deutschland mit einem starken Standbein in der Schweiz. Es wurden über 30 Unternehmen übernommen und integriert. Das Erfolgskonzept heißt auch heute noch "der Kunde ist König". Betreut werden vornehmlich mittelständische Unternehmen.
2004 wird der Umsatz auf eine Milliarden EUR steigen, und der Gewinn soll ebenfalls erhöht werden. Am 30.3.2000 am Neuen Markt zur Zeit des "Börsenhype" eingeführt, stieg der Kurs sofort auf 37,50 EUR und fiel seitdem auf unter 5 EUR. Zur Zeit wird die Aktie mit einem Kurs von gut 13 EUR maßvoll bewertet. Gemessen an den Wachstumschancen ist das KGV zu niedrig. Hinzu kommt, daß Bechtle sehr solide finanziert ist und mit einer Eigenkapitalquote von 65% der Bilanzsumme zu den Substanzperlen an der Börse gehört. Bechtle AG strebt an, in den TecDAX aufzusteigen. Dafür muß allerdings das Börsenhandelsvolumen noch gesteigert und der Free Float erhöht werden.

Tate & Lyle plc

Hinter diesem britischen Unternehmen verbirgt sich einer der größten Zucker- und Stärkehersteller, umsatzmäßig vergleichbar mit der deutschen Südzucker AG. Rund 40% der Einnahmen erwirtschaftet Tate & Lyle in Amerika, rund 45% in Europa, und der Rest verteilt sich auf asiatische Länder. Die Dollarschwäche hat 2003/2004 dazu geführt, daß der Umsatz in Pfund Sterling stagnierte und der Gewinn geringfügig zurückging. Dafür konnte die Gesellschaft seit 2001 ihre Schulden halbieren und weist einen Zinsdeckungsgrad von über 9 auf. Die Dividendenrendite ist mit 5,73% erfreulich hoch. Der Hauptgrund, weswegen wir jedoch eine Studie gemacht haben, ist die Tatsache, daß Tate & Lyle seit kurzem mit SPLENDA über einen Süßstoff verfügt, der in den USA reißenden Absatz findet. SPLENDA ist nicht nur für Diabetiker geeignet, sondern, weil ohne Kalorien, der bevorzugte Süßstoff bei Diäten. Selbst Coca-Cola und PepsiCo wollen für ihre Sodas SPLENDA einsetzen. Zur Zeit arbeitet die Gesellschaft mit seinem US-Vertriebspartner Johnson & Johnson an einer kräftigen Erweiterung der Produktionskapazitäten. Der Gewinn von Tate & Lyle könnte allein mit SPLENDA in den nächsten Jahren um 50% bis 100% gesteigert werden. Dann sollte auch das niedrige KGV der Vergangenheit angehören.

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08/2004

Orthofix International NV

Vor 14 Jahren wurde eine kleine Firma für orthopädische Hilfsmittel aus Verona/Italien von einer amerikanischen Gruppe übernommen, die aus steuerlichen Gründen auf den Niederländischen Antillen hierfür die Firma Orthofix International NV gründete. Schon 1992 ging die Gesellschaft an die Börse und ist heute ein kleiner, aber anerkannter NASDAQ-Wert. Das Unternehmen hat für die orthopädische Praxis medizinische Hilfsmittel entwickelt, die weltweit bekannt und anerkannt sind. Die Gesellschaft hat es verstanden, sich gegenüber ihren großen Konkurrenten wie Medtronic, Johnson & Johnson und Guidant durchzusetzen, und zwar durch ständige Innovationen und die Konzentration auf Orthopädie. Die Gesellschaft profitiert davon, daß wir alle älter werden als früher und von unseren höheren Mobilitätsansprüchen. Das Unternehmen hat in den letzten 8 Jahren ein solides Umsatzwachstum von über 15% im Jahr erzielt und den Gewinn überdurchschnittlich um 19,3% p.a. seit 1998 gesteigert. Selbst bei einer vorsichtigen Bewertung erscheint ein Investment - siehe unsere Studie im Concerta-Aktienservice - attraktiv.

United Internet AG

Diese Firma war bis 2001 unter dem Namen 1&1 AG bekannt und gehörte zu den Highflyern des Neuen Marktes. Die Internetblase in den Jahren 1999/2000 und den "Dot.com Crash" hat das Unternehmen, wie es die Gesellschaft selbst schreibt, gemeistert. Im Jahre 2001 wurde 1&1 AG in United Internet AG umfirmiert. Unter diesem Dach versammelten sich 17 Beteiligungsgesellschaften, u.a. auch 1&1 AG, die noch heute als eine der Hauptproduktmarken fortgeführt wird. Von den 17 Beteiligungsgesellschaften wurden 11 verkauft, mit anderen fusioniert oder einfach aufgelöst. Die verbleibenden 6 Beteiligungsgesellschaften, darunter so starke Marken wie GMX, 1&1, schlundpartner, wurden fortgeführt und bilden die Basis für eine solide und ertragreiche Expansion. Heute zeichnet sich ab, daß United Internet AG zu den führenden Internet Service Providern gehört. Die Geschäftsziele sind sehr ambitiös, erscheinen jedoch aufgrund der Entwicklung seit 2002 erreichbar. Das Unternehmen ist technisch gut ausgestattet und verfügt über die notwendige Finanzstärke, um ein solches Wachstum zu finanzieren.

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09/2004

E.ON AG

Im Mai 2002 stellten wir das letzte Mal die E.ON AG vor. Damals war das Unternehmen noch voll im Umbruch von einem Konglomerat, auf deutsch "Gemischtwarenladen", zu einem klar ausgerichteten Energie- und Gaskonzern. In den letzten 28 Monaten ist diese Verwandlung, sehr zum Vorteil der Aktionäre, vollzogen worden. Der Aktienkurs unterscheidet sich heute zwar kaum von dem damaligen Wert, aber die Aktionäre mußten auch Nerven und Geduld aufbringen, denn im Jahre 2003 sackte der Kurs bis auf 34 EUR ab, um sich dann wieder zu erholen. Bei einem Vergleich mit der DAX-Entwicklung schneidet der E.ON-Kurs wesentlich günstiger ab, denn der Index verlor vom 30.4.2002 bis heute rund 24%. Die Aktionäre konnten ihr Kapital erhalten und strichen jährlich eine ordentliche Dividende von 1,75 EUR und 2 EUR ein. Die Dividende soll auch in den nächsten Jahren zweistellig erhöht werden. Allein diese Tatsache lädt ein, das Unternehmen zu studieren und einem Engagement näher zu treten.

Fornix BioSciences N.V.

Die Aktien dieser Gesellschaft sind kaum bekannt, aber sie werden in Bremen und Berlin an der Börse gehandelt. Fornix ist 1999 aus der Fusion zweier kleiner Pharmagesellschaften in den Niederlanden entstanden. Die eine, nämlich ARTU Biological, war ein Spezialist für Medikamente gegen Allergien, die andere, Fisher Farma, war stark im Medikamentenhandel. Beide zusammen haben seit 1999 stetig den Umsatz um 16,7% pro Jahr gesteigert und den Gewinn um 26,8% jährlich erhöht. Im Gegensatz zu vielen anderen jungen Gesellschaften wurde genug Liquidität aufgebaut, um nicht nur eine Akquisitionskasse von 10 Millionen EUR zu bilden, sondern an die Aktionäre stetig steigende Dividenden auszuschütten. Seit 1999 hat sich die Dividende auf 0,54 EUR verdreizehnfacht. Dabei ist das aktuelle Kursgewinnverhältnis mit 11,6 sehr moderat für ein Pharmaunternehmen. Das trägt allerdings auch der Tatsache Rechnung, daß das eigentliche Pharmageschäft nur rund 25% des Gesamtumsatzes ausmacht. Da nur 43% der Aktien oder 2,66 Millionen Stück frei verfügbar sind, sollten Börsenaufträge immer limitiert werden.

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10/2004

Balda AG

Die Balda AG wurde bereits 1908 in Dresden gegründet und war zunächst ein angesehener Kamerahersteller, bis nach dem 2. Weltkrieg die Kameraproduktion in Deutschland zu teuer wurde. Sie wurde 1985 nach China verlagert, 9 Jahre später entschloß sich Balda, in Wachstumsmärkten wie Infocom, Automotive und Medizintechnik aktiv zu werden. Balda ist heute nach der finnischen Perlos weltweit der zweitgrößte Hersteller von Kunststoffkomponenten für die Handybranche. Tatsächlich stellt Balda die harten und unempfindlichen Schalen für die Handys her. Der Marktanteil ist 16% weltweit, wobei sehr darauf geachtet wird, daß keine Abhängigkeit gegenüber einem der großen Hersteller wie Nokia, Motorola oder Siemens entsteht. Der Bereich Medizintechnik wird konsequent ausgebaut. Das Wachstum in den letzten Jahren ist sehr erfreulich, die Firma ist solide finanziert und erwirtschaftet einen ordentlichen Cash-flow.

Rofin-Sinar Technologies

Rofin-Sinar Technologies, ein Spin-off von Siemens, wurde bereits 1996 an der NASDAQ zugelassen. Erst 2001 wurden die Aktien auch in Frankfurt gelistet und sind heute im TecDAX vertreten. Kurz gesagt hat das Unternehmen Lasergeräte entwickelt, mit denen man sicher schweißen, schneller schneiden und dauerhafter beschriften kann. Dabei ist die Rofin-Gruppe für den Mikrobereich wie für die Bearbeitung medizintechnischer Geräte sowie in der Makrobearbeitung aktiv. Bei 2500 Kunden sind mehr als 16.000 Systeme installiert. Das Unternehmen ist sehr solide finanziert und verfügt über ein Eigenkapital von 139 Millionen USD bei nur 24 Millionen USD Nettoschulden. So hat die Gesellschaft genug Barreserven, um auch über Akquisitionen zu wachsen.

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11/2004

MPC Capital AG

MPC Capital AG ist eines der größten Emissionshäuser für geschlossene Fonds mit einem Marktanteil von 7%. Mehr als 72.000 Anleger haben 2,8 Milliarden EUR Eigenkapital in über 176 geschlossenen Fonds, vornehmlich Immobilienfonds in Holland und Schiffsbeteiligungen, angelegt. Daß das Geschäft sehr lukrativ ist, wenn man es richtig und solide betreibt, zeigen die rasant ansteigenden Gewinne. 2004 war MPC die Highflyer-Aktie, die daraufhin auch prompt in den M-DAX aufgenommen wurde. Obwohl der Kurs seit Anfang des Jahres über 100% gestiegen ist, ist die Aktie noch sehr preiswert. Besonders lockt die hohe Dividendenrendite, die auf Basis der angekündigten Dividende von 4 EUR über 7,5% beträgt.

Lincare Holdings Inc.

Lincare Holdings Inc. ist ein Wachstumsunternehmen der Pharmabranche par excellence. Wer den 10 Jahres-Chart des SSG für Umsatz, Gewinn vor Steuern und Gewinn je Aktie betrachtet, kann dem nur voll und ganz zustimmen. Kurz gesagt, ist Lincare ein Helfer für Menschen mit Atemwegserkrankungen. Über ganz USA verteilt in 47 Staaten unterhält Lincare rund 750 Stationen, die im 24-Stundeneinsatz kranke Menschen, die zu Hause liegen, betreuen. Patienten, die unter chronischen Lungenkrankheiten, chronischer Bronchitis und Asthma leiden, versorgt Lincare von seinen Stationen mit Flüssigsauerstoffsystemen, Inhalatoren und Atmungsmedikationen. In den letzten 10 Jahren wuchs die Gesellschaft jährlich um mehr als 20%, die Kursentwicklung war auch sehr zufriedenstellend. Zur Zeit wird der Kurs jedoch durch unsichere Zukunftsaussichten belastet, weil 2005 ein Gesetz in Kraft tritt, mit dem die Leistungen aus den Medicare/Medicaid-Programmen wesentlich eingeschränkt werden sollen. Da die Kunden von Lincare überwiegend über 65 Jahre sind und zu 60% diesen Programmen angehören, kann das vorübergehend erhebliche Auswirkungen auf den Ertrag von Lincare haben. Langfristig, so sind viele Analysten überzeugt, wird Lincare gestärkt aus dieser Phase herauskommen, denn viele kleine Dienstleister in diesem Bereich werden aufgeben müssen. Das ist eine Chance für Lincare, weiter zu wachsen, denn der Bedarf für solche Dienstleistungen bleibt bestehen und wird weiter wachsen. Für den aggressiven Investor, der bereit ist, dieses Risiko in Kauf zu nehmen, ist es ein guter Zeitpunkt, preiswert Lincare-Aktien zu erwerben.

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12/2004

Enel SpA

Enel SpA ist das größte Versorgungsunternehmen in Italien. Im Jahr 2003 betrug der Umsatz über 31 Milliarden EUR und der Reingewinn 2,5 Milliarden EUR. Der Umsatz verteilte sich zu 64% auf das Stromgeschäft, zu 12,6% auf die Sparte Telekommunikation und zu 4% auf Gasverkäufe an den Endverbraucher. Das sonstige Geschäft machte 2003 noch 19,5% oder 6,1 Milliarden EUR aus, wurde jedoch zwischenzeitlich kräftig durch Beteiligungsverkäufe reduziert. Enel verzeichnete in den letzten Jahren eine stetige Ertragsentwicklung und zeigt sich sehr dividendenfreudig. Aus dem Verkaufserlös von 50% der Aktien der Terna haben die Aktionäre eine Sonderdividende von rund 2 Milliarden EUR erhalten oder 0,33 EUR pro Aktie. Daneben können die Aktionäre mit einer Dividende von mindestens 0,36 EUR rechnen. Das stellt, bezogen auf den Aktienkurs von 6,79 EUR, eine Rendite von 5,3% dar. Die Gesellschaft hat in den ersten 9 Monaten 2004 auch die Schulden abgebaut und weist ein Eigenkapital von über 21 Milliarden EUR auf bei Nettofinanzschulden von 22 Milliarden EUR.

Océ N.V.

Océ N.V. gehört zu den führenden Herstellern für Hochvolumenkopierer und Hochleistungsdrucker. Der Übergang von analogen Systemen zu digitalen Anlagen hat dazu geführt, daß Océ unter Mitlieferung der entsprechenden Software ganze Systeme des Dokumentenmanagements anbietet. Hauptabnehmer sind Banken und Versicherungen, aber auch Regierungsstellen und Copy-Shops. Eine Spezialität sind die Großformat-Druck- und Kopiersysteme für Architekten, Konstrukteure und Anlagenbauer. Die Hauptmärkte sind Europa (40%) und der Dollarraum, insbesondere Nordamerika. Auch die Océ-Aktie gehört bei dem derzeitig niedrigen Kurs zu den hochrentierlichen Papieren mit einer Rendite von 5,2%. Daneben bestehen berechtigte Chancen, daß sich im Jahr 2005 Umsatz und Gewinn weiter erholen werden, so daß sich auch die niedrige Bewertung mit einem KGV zwischen 11 und 12 hoffentlich wieder normalisiert.

 

 

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