AKTIENTIPS 2006

Möchten Sie die Kurzform aller Analysen von 2010, 2009, 2008, 2007, 2005, 2004, 2003, 2002, 2001, 2000, 1999 oder 1998 sehen?
Zurück zu den Aktientips der letzten Monate



01/2006

Deutsche Post AG

Von einer Staatsbehörde zu einem dynamischen DAX-Wert
Vor über 500 Jahren wurde das neuzeitliche Postwesen durch Franz von Taxis ins Leben gerufen. Gut 250 Jahre später initiierte Heinrich von Stephan den Weltpostverein. Bismarck vereinte dann 1876 die Reichspost und die Telegrafenverwaltung zu einer obersten Reichsbehörde. Das war dann die Post bis zur Schaffung einer neuen Struktur durch das Poststrukturgesetz 1989. Seitdem lenkt Dr. Klaus Zumwinkel die Geschicke der Post. Er führte die neuen Postleitzahlen ein, beschleunigte den Brief- und Paketdienst und, was am wichtigsten war, er schuf die neuen Unternehmensbereiche Expreß/Logistik. Diese Sparten sind umsatzmäßig heute schon gewichtiger als der Briefdienst, der allerdings immer noch rund 60% zum Betriebsergebnis beiträgt. Ein weiteres wichtiges Standbein ist die Postbank AG, eine der größten Filialbanken Deutschlands. Mit der Übernahme des BHW-Vertriebsnetzes wird die Plazierungskraft deutlich verstärkt.
Im Jahre 2007 fällt das Postmonopol. Bis dahin müssen die übrigen Geschäftszweige so ertragreich werden, daß sie einen eventuellen Verlust im Briefbereich auffangen können.

Pfizer Inc.

Weltweit größter Pharmakonzern mit Verdauungsschwierigkeiten.
Es gibt kaum Unternehmen, die durch Übernahmen in den letzten 10 Jahren so profitabel gewachsen sind wie Pfizer Inc.. Während im Jahre 2000 die Fusion mit Warner-Lambert noch sehr profitabel verlief, weil beide Unternehmen über schnell wachsende Produktlinien verfügten, wie zum Beispiel Warner-Lambert mit den Parke-Davis Pharmaprodukten, dem Mundwasser Listerine und den Wilkinson Sword Naßrasierprodukten.
Im Jahre 2003 erfolgte die Übernahme von Pharmacia durch einen Aktientausch im Werte von 56 Milliarden USD. Pharmacia Corporation hatte davor schon eine bewegte Unternehmensgeschichte. 1995 fusionierten Pharmacia AB und The Upjohn Company. Die Gesellschaft hieß Pharmacia & Upjohn und verlegte den Sitz der Gesellschaft von U.K. nach USA. Dort fusionierte die Gesellschaft mit Monsanto und Searle und nannte sich fortan Pharmacia. Schließlich trennte man sich von Monsantos Agribusiness im Jahre 2002. Die Unternehmenskulturen der unterschiedlichen Firmen aufeinander abzustimmen, ist offensichtlich eine Sisyphusarbeit, die noch nicht bewältigt worden ist.
Pfizer ist heute sicherlich mit Abstand die größte Pharmagesellschaft der Welt, aber viele Anleger meinen, Pfizer setzt zwar viel Geld für Forschung ein, aber etliche wichtige Produkte verlieren demnächst den Patentschutz und Nachfolgeprodukte sind noch nicht in ausreichendem Umfang vorhanden. Die Aktie ist deswegen aktuell niedrig bewertet.

Nach oben

02/2006

Apache Corporation

Wer die Firmengeschichte dieser Gesellschaft, gegründet im Jahre 1954 mit einem Kapital von 250.000 USD, liest, fühlt sich an die altbekannten Erfolgsstories amerikanischer Unternehmen erinnert. Gestartet hat Apache Corporation als eine Erdöl- und Erdgasexplorationsgesellschaft, zwischendurch, als das amerikanische Bohrgeschäft, in der Regel über Kommanditgesellschaften mit privaten Anlegern, nicht mehr lief, wurde Apache Corp. ein Gemischtwarenladen, der praktisch alles produzierte und vertrieb, mit dem man Geld verdienen konnte. Gerade rechtzeitig hat man 1973 zu dem eigentlichen Geschäft zurückgefunden, als das Ölembargo der Opec die Nachfrage nach heimischen Reserven ansteigen ließ. Seitdem hat Apache Corporation mit viel Fortune sein Erdöl- und Erdgasgeschäft in den USA, Kanada, Ägypten und Australien sowie in der Nordsee aufgebaut. Es werden zu 58% Öl und zu 42% Gas gefördert. Der Warren Buffett der Ölindustrie, Unternehmensgründer Raymond Plank, führt das Unternehmen, das zu den am besten betriebenen Gesellschaften der Ölindustrie gehört. Die Förderkosten sind niedrig und die Ertragskraft hoch. Die meisten Investoren sind mehr als 5 Jahre Aktionäre. Dabei ist die Aktie immer noch relativ billig aufgrund der hohen Ertragssteigerungen im letzten Jahr. Im Concerta-Anlegerservice haben wir das näher beschrieben.

Xstrata plc

Xstrata plc ist eine hochinteressante und sehr profitable Bergwerksgesellschaft, die weltweit tätig ist. Mit Heizkohle und Kokskohle als Basisgeschäft, welche auch 43% des Ertrages bringen, gehört Xstrata zu den Weltmarktführern. Die gesamte Produktion beträgt 73,9 Millionen Tonnen Kohle, wohl deutlich mehr als heute in Deutschland gefördert wird, und verteilt sich auf Südafrika, Australien und New South Wales. Den zweiten Bereich stellt die Kupferförderung und -verarbeitung dar, gefolgt von Zink und Metalllegierungen wie Chrom und Vanadium. Auch Gold, Blei und Silber fallen bei der Förderung ab.

Geschäftlich ist Xstrata in Australien, Südafrika, Deutschland, Argentinien, Peru und Großbritannien präsent. Der Hauptsitz ist in Zug/Schweiz. Die Aktien werden in Zürich und London, aber auch in Frankfurt gehandelt. Eine eingehende Analyse finden Sie in unserem Anlegerservice.

Nach oben

03/2006

BNP Paribas

Vor 4 Jahren haben wir das erste Mal diese französische Bank vorgestellt, nachdem die Konsolidierung der beiden französischen Großbanken Banque Nationale de Paris und Paribas mit Erfolg bewältigt worden war. Schon damals gehörte die neu geschaffene BNP Paribas zu den größten europäischen Banken, die in 83 Ländern präsent war. Die Aktie ist seitdem im CAC 40 ebenso wie im EURO STOXX50 vertreten. Schon damals waren die Kennziffern, wie zum Beispiel die wichtige Verhältniszahl Kosten/Erträge mit 62,7%, deutlich besser als bei der Deutsche Bank AG. Der Nettogewinn betrug knapp 4 Milliarden EUR und konnte in den 4 Jahren bis 2005 auf 5,9 Milliarden EUR gesteigert werden. Damit ist BNP Paribas die fünftgrößte Bank in Europa nach HSBC, UBS, Royal Bank of Scotland und der spanischen Banco Santander. Letzter Coup war die Ankündigung der Übernahme der italienischen Bank BNL, nachdem sich ABN Amro in einem harten Übernahmekampf die Mehrheit an Banco Antonveneta sichern konnte. Damit war die Blockade der italienischen Bundesbank gegen Übernahmen aus dem Ausland gebrochen. Der Kaufpreis wird mit 9 Milliarden EUR als hoch eingeschätzt und hat deswegen den Kurs von BNP Paribas gedrückt, aber die Chancen, die sich aus einer erfolgreichen Integration ergeben, sind ebenfalls sehr hoch zu bewerten.
Lesen Sie unsere Analyse in unserer neuesten Ausgabe.

TAKKT AG

Nach eigenen Angaben ist die TAKKT AG die in Europa und Nordamerika führende Versandhandelsgruppe für Büro-, Betriebs- und Lagereinrichtungen. TAKKT konzentriert sich nur auf Geschäftskunden, neudeutsch heißt das auf den B2B-Bereich. Letzter Coup ist der Erwerb eines Büroausstatters mit 120 Millionen USD in den USA, mit dem die Vertriebsbasis in Nordamerika sehr gut ausgebaut werden kann. Die Aktien gehören zu über 70% der Haniel Gruppe, einer erfahrenen Handelsgruppe, die vor etlichen Jahren den Büroversandhandel aus dem Pharmagroßhandelsunternehmen Celesio AG, vormals Gehe AG, abgespalten hatte Bemerkenswert ist, daß TAKKT AG in den letzten Jahren die Ertragskennziffern deutlich steigern konnte. Deswegen sind auch Umsatz- und Ertragsrendite kontinuierlich gestiegen, was auf ein sehr gutes Management schließen läßt. Die Aktie gehört zum Prime Standard im S-DAX. Die Aktionäre partizipieren durch eine stetig von 0,10 auf 0,20 EUR gesteigerte Dividende.
Wir verweisen auf unsere Analyse in der März-Ausgabe.

Nach oben

04/2006

Career Education Corp.

ist eine private Schul- und Universitätseinrichtung, die 1994 in den USA gegründet wurde und ein bemerkenswertes Wachstum hinter sich hat, denn heute ist sie die weltweit größte private Einrichtung mit über 100.000 Studenten, davon 30.000 auf Online-Basis. Stationär werden in 80 verschiedenen Universitäten, genannt Campus, in den USA (vorrangig), aber auch in Kanada, Frankreich, Großbritannien und sogar den Vereinigten Arabischen Emiraten rund 60.000 Studenten gezielt auf den Beruf vorbereitet. Betreut werden diese „Kunden“ von 9000 festangestellten und 6500 auf Teilzeit arbeitenden Mitarbeitern. Seit 1998 wuchs der Umsatz jährlich um durchschnittlich 48,4% auf 2 Milliarden USD und der Gewinn je Aktie sogar um 65% pro Jahr auf 2,32 USD. Der Gewinn vor Steuern betrug 2005 383,3 Millionen USD. Solche hohen Wachstumsraten können erfahrungsgemäß nicht ewig realisiert werden. So zeigt sich auch im letzten Quartal 2005 ein Nullwachstum. Die Folge war ein starker Kursrückgang von 70 USD im Jahr 2004 auf 28,7 USD (2005). Die überzogenen Kursgewinnverhältnisse haben sich daraufhin mehr als normalisiert, so daß die Aktie von Career Education Corp. eine intensive Studie wert ist. Die Verlagerung der Studenten von Campus-Studierenden zu Online-Kunden ist ein Prozeß, den Career Education sehr gut bewältigt und daraus auch noch höhere Renditen erzielt.
Es ist eine typisch antizyklische Aktie denn bei ansteigender Arbeitslosigkeit wächst die Nachfrage nach Zusatzausbildung, mit der man Karriere machen kann

Canon Inc.

ist ein Topwert der Informationstechnologie weltweit. Dabei ist diese japanische Aktie moderat bewertet. Vor 70 Jahren wurde das Unternehmen mit einer Kameraproduktion gegründet. Auf diesem Gebiet gehört Canon auch heute noch zu den Spitzenunternehmen, das exzellente Digitalkameras und Camcorder produziert. Wesentlich bedeutsamer sind jedoch heute die Produktion und der Service für Büromaschinen wie Drucker, Scanner und Kopierer. Canon ist heute ein echtes globales Unternehmen. Der Umsatz verteilt sich zu je einem Drittel auf Amerika, Europa und Asien/Ozeanien. Der Hauptgewinn wird jedoch immer noch in Japan realisiert. Canon ist sehr innovativ. Im Jahre 2004 hat Canon mit angemeldeten 1805 Patenten  nach IBM und Matsushita Electric den dritten Platz eingenommen.
„Kyosei“heißt das Unternehmensmotto für Canon. Übersetzt versteht Canon darunter: Zusammen leben und arbeiten für das Gemeinwohl. Diese Unternehmensphilosophie war bisher auch profitabel, denn seit 1996 stiegen die Gewinne im Durchschnitt um 18,4% pro Jahr.
Mehr Informationen über diese Aktie finden Sie in der Aprilausgabe 2006 des Concerta-Anlegerservice

Nach oben

05/2006

Depfa Bank plc

Die Depfa Bank ist eigentlich ein sehr junges Unternehmen, denn erst 1990 wurde sie privatisiert und im Rahmen eines IPO an die Börse gebracht. Das Vorläuferinstitut wurde jedoch bereits 1922 als gemeinnütziges staatliches Unternehmen zur Wohnungsbaufinanzierung gegründet. Es ist erstaunlich, wie sich der Gesellschaftszweck in den letzten 15 Jahren gewandelt hat. Die DEPFA Gruppe stellte fest, daß das Hypothekenbankgesetz viel zu eng gefaßt ist, um ein innovatives Finanzierungsinstitut für die Bereitstellung von Krediten an staatliche Stellen im In- und Ausland zu betreiben. Das Immobiliengeschäft wurde ausgegliedert und in der Aarealbank AG konzentriert, die Aktivitäten als Staatsfinanzierer wurden in einer neuen Gesellschaft in Dublin/Irland, der Depfa Bank plc, konzentriert. Beide Institute haben nach gewissen Anlaufschwierigkeiten eine vorzügliche Entwicklung genommen. 2003 haben wir erstmals die Depfa Bank plc empfohlen. Seitdem ist der Kurs von 4 auf fast 15 EUR gestiegen. Nach eingehender Analyse mit dem Stock Selection Guide erscheint uns die Aktie immer noch kaufenswert. Das ergibt sich aus unserer Darstellung in der Mai-Ausgabe 2006 des Concerta-Anlegerservice.

Pargesa Holding S.A.

Diese Gesellschaft wurde von den belgischen Multimillionärsfamilien Paul Desmarais und Albert Frère gegründet. Die Holding besitzt über die belgische GBL (Group Bruxelles Lambert) bedeutsame Beteiligungen an den Unternehmen Imerys, weltweit führend in der Aufbereitung von Mineralien, Bertelsmann, großer deutscher Medienverlag, Total, einer der größten integrierten Erdölkonzerne, Lafarge, weltweit führender Baustoffhersteller und Orior Food in der Schweiz.
Pargesa konzentriert sich auf eine beschränkte Anzahl bedeutender Beteiligungen mit dem Ziel der langfristigen Wertschöpfung. Das ist immer mit einer Kontrollstellung als Gesellschafter und professionellem Mitwirken an strategischen Entscheidungen verbunden.
Damit kann Pargesa/GBL mit Berkshire Hathaway verglichen werden. Auch die Ergebnisse in der Vergangenheit lassen sich sehen. Seit 1991 wurden jedes Jahr Wertsteigerungen zwischen 10% und 17% pro Jahr erzielt. Aktuell steht die Frage an, ob Bertelsmann an die Börse gebracht wird. GBL/Pargesa haben das Recht, dies von dem Mehrheitsaktionär, der Familie Mohn, noch in diesem Jahr zu verlangen. Das kann nochmals einen Kursschub für die Aktie bedeuten. Näheres erfahren Sie in unserer Analyse in der Mai-Ausgabe 2006 des Concerta-Anlegerservice.

Nach oben

06/2006

Kinetic Concepts, Inc.

Diese amerikanische Gesellschaft ist ein Spezialist für die Wundbehandlung und liefert ähnlich wie die Paul Hartmann AG sehr viele wundheilende medizinische Hilfsmittel. Das besondere der Gesellschaft ist jedoch, daß sie in den neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts eine sogenannte V.A.C. Technologie entwickelt hat, mit der sie, gesteuert durch ein Überwachungssystem, ständig gerade den richtigen negativen Druck (Unterdruck) für eine Wunde erzeugen kann. Dieses System kann bei allen schwierigen Wundbehandlungen eingesetzt werden. Es ist patentgeschützt und wird über 130 Servicestellen in den USA und über 50 Stützpunkte vertrieben oder vermietet. Allein 70% des Umsatzes von 1,21 Milliarden USD macht Kinetics Concepts mit dieser Technologie, weitere 30% werden mit therapeutischen Liegen und ähnlichen Produkten erzielt. Seit 1999 stiegen Umsatz und Gewinn überdurchschnittlich, so daß bei dem erst 2004 erfolgten IPO ein Run auf die Aktien entstand. Zwischenzeitlich hat sich der Kurs halbiert, der Gewinn je Aktie ist jedoch um fast 200% gestiegen. Die Aktie ist aktuell mit einem KGV von 15,7 sehr attraktiv. Allerdings ist die Verschuldung relativ hoch und die Gesellschaft ist mit ihrer V.A.C. Technologie etwas einseitig ausgerichtet. Lesen Sie unsere umfangreiche Analyse in der Juni-Ausgabe 2006 des Concerta Anlegerservice.

STADA Arzneimittel AG

STADA nennt sich selbst die „Gesundheitsaktie“. Gesund machte die Aktie auch die Finanzen der Aktionäre, denn seit unserer letzten Vorstellung im Dezember 2001 konnten die Anleger trotz der Börsenmisere 2002 ihren Kapitaleinsatz verdoppeln. Da sich auch die Gewinne und Umsätze in diesem Zeitraum in etwa verdoppelten, hielten wir es für angebracht, das Unternehmen nochmals mit dem Wertpapier-Auswahlführer zu analysieren. Das galt auch deswegen, weil Generikahersteller in der letzten Zeit besonders gefragt sind, wie der Erwerb der Firma Hexal zu einem sehr hohen Preis durch Novartis zeigt. STADA kann durchaus auch auf das Interesse anderer Firmen stoßen. Aktuell muß jedoch den von Hexal und Sandoz angekündigten Preissenkungen begegnet werden. Das sollte aber angesichts des stark steigenden Auslandgeschäftes machbar sein.
Falls Sie sich für unsere ausführliche Studie interessieren, fordern Sie die Juni-Ausgabe 2006 (CAS) an.

Nach oben

07/2006

Holcim Ltd.

Holcim Ltd., vor fast 100 Jahren in einem Schweizer Dorf, Holderbank, Kanton Aargau, gegründet, ist heute weltweit einer der Markführer der Zementindustrie. Die geografische Ausdehnung begann sehr kurz nach der Gründung, als man feststellte, daß der Schweizer Markt zu klein war für größeres Wachstum. Heut konzentriert sich die Gesellschaft auf die Kernaktivitäten in Zement, Beton und Bauzusatzstoffen. Im Jahr 2005, erwirtschaftete Holcim, bis 2000 unter dem Namen „Holderbank“ bekannt, einen Umsatz von mehr als 18 Milliarden CHF und beschäftigte 80.000 Leute in 70 Ländern. Aufgrund einiger größerer Beteiligungskäufe und aufgrund der starken Nachfrage nach Baustoffen steigerte Holcim 2005/2006 Umsatz und Gewinn kräftig. Der Erwerb der Beteiligungen war aufgrund der guten Finanzausstattung problemlos möglich, zusätzlich wurde jedoch auch das Eigenkapital um 1,7 Milliarden CHF durch Ausgabe zusätzlicher Aktien gestärkt. Im Rahmen der letzten Marktkorrektur an den Börsen im Mai 2006 fiel der Aktienkurs beträchtlich, obwohl die Wachstumsaussichten weltweit sehr positiv aussehen. Dies scheint der richtige Zeitpunkt zu sein, das Unternehmen näher zu betrachten, was in der Juli-Ausgabe des Concerta-Anlegerservice (CAS) erfolgte.

Qiagen N.V.

Qiagen N.V. war ursprünglich ein Ableger eines Forschungsinstituts der Universität Düsseldorf. Der juristische Sitz der Gesellschaft ist in den Niederlanden, hauptsächlich aus Finanz- und Besteuerungsgründen, aber die Verwaltungszentrale befindet sich in Hilden bei Düsseldorf/NRW. Heute ist Qiagen der führende Lieferant innovativer Technologien und von Produkten für präanalytische Voruntersuchungen und molekulardiagnostische Lösungen. Die Gesellschaft beschäftigt weltweit 1600 Mitarbeiter und verkauft ihre Produkte in mehr als 40 Ländern. Die Hauptumsätze werden in Nordamerika und Europa erzielt. In der letzten Zeit erfolgte die gezielte Expansion in den asiatischen und pazifischen Raum. Concerta hat erstmalig im September 2002 die Qiagen-Aktie analysiert, als der Kurs von 58 USD auf unter 5 USD gefallen war. Zu dieser Zeit wurde Qiagen im Nemax 50 gehandelt und erreichte Kursgewinnverhältnisse von über 100 bis zu 325. In der Zeit um 2000 gehörte Qiagen zu den „Hype“-Aktien. Im September 2002 war dagegen unser Timing perfekt, um eine Studie zu machen, denn damals war Qiagen gut finanziert und hatte praktisch in jedem Geschäftsjahr, abgesehen von einer Ausnahme, den Gewinn je Aktie gesteigert. Anleger, die unserem Hinweis folgten, konnten in der Spitze ihren Einsatz verdreifachen, obwohl sich seitdem die Wachstumsraten von Qiagen verlangsamt hatten. Wir wiederholen nunmehr die Vorstellung dieser Aktie, weil wir den Eindruck haben, daß die Gesellschaft das Wachstum von Umsatz und Gewinn wieder beschleunigen wird, allerdings nicht so stark wie in den neunziger Jahren. In unserer Juli-Ausgabe können Sie die Studie im Detail lesen.

Nach oben

08/2006

ENI SpA

Der EURO STOXX 50 Wert ENI SpA ist das Schwergewicht der Mailänder Börse. ENI ist gleichzeitig der sechstgrößte Ölkonzern weltweit und absolut marktbeherrschend in Italien mit seiner Tankstellenkette AGIP. Zusätzlich verdient ENI gut an der Stromerzeugung und am Ölfelderservice und Ingenieurbau. Öl- und Gasförderung sollen gezielt ausgebaut werden. Bis 2009 werden 35,2 Milliarden EUR investiert, davon 69% in die Exploration und Förderung. Diese soll jährlich bis 2009 um 4% auf 2 Millionen Barrel täglich gesteigert werden. Damit gehört ENI zum oberen Drittel der Ölgiganten.

Die Aktie ist mit einem KGV von unter 10 und einer Dividendenrendite von fast 5% eine attraktive Anlage. Allerdings besitzt der italienische Staat noch 30% der Aktien, was unter Umständen für den Aktienkurs nachteilig ist.

Palfinger AG

Die Firma wurde 1932 von Richard Palfinger in Salzburg als Schlosserei und Reparaturbetrieb für landwirtschaftliche Geräte gegründet. 1964 wurde mit der industriellen Produktion von LKW-Ladekränen begonnen. Nach einer soliden Geschäftsentwicklung erfolgte 1999 der Gang an die Börse. Von den 9,3 Millionen Aktien hält die Familie Palfinger immer noch 64%, 5% sind im Eigenbesitz der Firma und fast 3 Millionen Aktien sind im Umlauf. Die Entwicklung von 2000 bis 2005 war für die Aktionäre ausgesprochen positiv. Das gilt besonders für die letzten Jahre. Das hat sich auch in der Dividende und im Börsenkurs niedergeschlagen. Da die Produktstruktur breit ausgelegt ist und die Märkte in Amerika und Asien noch vor der Erschließung stehen, erscheint ein weiteres Wachstum dieser vielseitig einsetzbaren Kran- und Hubsysteme möglich.

Nach oben

09/2006

ING N.V.

Die ING-Gruppe ist der erste erfolgreiche Allfinanzkonzern, 1991 entstanden aus dem Zusammenschluß der Nationale-Nederlanden-Versicherungsgruppe und der NMB-Postbank, beide aus den Niederlanden. Von 1991 bis Mitte 2006 konnte der Marktwert der ING von 5 Milliarden EUR auf 68 Milliarden EUR um mehr als das 13fache gesteigert werden. Damit gehört ING zu den 20 größten Finanzdienstleistern in der Welt. ING ist im Bankbereich Marktführer in den Benelux-Ländern, ist die fünftgrößte Gesellschaft für Altersvorsorge in den USA und Nr. 1 in Sach- und Unfallversicherung in Kanada. Mit einem verwalteten Vermögen von über 500 Milliarden EUR gehört ING zu den großen Vermögensverwaltern. Nach einer Durststrecke in den Jahren 2001 bis 2003 geht es seit 2004 wieder aufwärts. Die Aktie wird aktuell mit einem KGV von 9,4 bewertet. Die Dividendenrendite ist mit 3,5% recht attraktiv.

MAN AG

Seit Anfang 2005 führt der Schwede Hakan Samuelson das Traditionsunternehmen MAN AG. Seitdem hat Samuelson die Aktivitäten gezielt auf Transport, Antrieb und Energie ausgerichtet. MAN macht seinen größten Umsatz mit LKWs und Bussen, aber auch Dieselmotore und Turbomaschinen sowie Industriedienstleistungen tragen zum Umsatz und Ergebnis bei. In diesem Jahr wurde MAN Roland – zweitgrößter Druckmaschinenhersteller – von einer Beteiligungsgesellschaft übernommen, an der MAN nur noch mit 35% beteiligt ist. In einigen Jahren soll MAN Roland an die Börse gebracht werden.

Vor einigen Jahren besaßen noch die Allianz, Commerzbank und Münchener Rück zusammen 25,2% der MAN-Aktien. Diese wurden mit dem Verkauf breit gestreut, und seitdem hat die Gesellschaft einen bemerkenswerten Aufschwung genommen, der sich auch im Jahre 2006 fortsetzt.

Nach oben

10/2006

Atlas Copco

Atlas Copco analysieren wir  bereits zum dritten Mal im Concerta Anlegerservice. Das erste Mal war es  im März 1996. Damals betrug der Börsenkurs 119 SKR, korrigiert um einen Aktiensplit, waren es 39,67 SKR. Am 29.9.2006 stand der Börsenkurs bei 192,50 SKR. Das entspricht einer Wertsteigerung von 385% ohne die regelmäßig gezahlten Dividenden.
Das zweite Mal hatten wir die Aktie im März 2005 vorgestellt, und zwar um den Split bereinigt zu einem Kurs von 114 SKR. Das bedeutet, daß die Aktie seit März 2005 einen Gewinn von fast 69% erbracht hat.  Sie ist jedoch immer noch kaufenswert, weil in den letzten Jahren das Geschäft bei Atlas Copco boomt, denn das Unternehmen liefert viele Spezialgeräte, insbesondere Kompressoren, die für Bergbau, für Tiefbau und Infrastrukturmaßnahmen erforderlich sind.  Die Aktionäre werden immer fair am Erfolg des Unternehmens beteiligt. Dieses ist mittlerweile sehr global aufgestellt mit 27000 Mitarbeitern, die rund 50 Milliarden SKR erwirtschaften.

Nobel Biocare

Nobel Biocare ist mit Abstand der weltweit größte Hersteller von Dentalimplantaten. Daneben werden auch Zahnbrücken und –kronen angeboten.  Mit Nobel Guide wird ein ganzes Konzept für Zahnimplantationen vermarktet.  Seit 2001 führt dieses ehemals schwedische Unternehmen die Schweizerin Heliane Canepa.  In den neunziger Jahren hatte das Unternehmen echte Probleme, weil dem Management ein straffes Kostenmanagement fremd war und  es ihm an Innovationskraft fehlte.  Heliane Canepa hat in wenigen Jahren Nobel Biocare zu dem  mit Abstand größten Hersteller von Dentalimplantaten gemacht. 2006 beträgt der Marktanteil 35%, gefolgt von  Straumann mit 23% und Biomet mit 12%. Umsatz- und Eigenkapitalrenditen sind Spitze. Zur Zeit wächst das Unternehmen deutlich schneller als der Markt, der jährlich bereits um 18% zulegt. Die Aktie ist mit einem KGV um 30 nicht billig, aber aufgrund der erzielten Unternehmenserfolge kaufenswert.

Nach oben

11/2006

General Electric Co

General Electric Co mit dem Tickersymbol GE gehört zu den Basisanlagen eines jeden Aktiendepots, natürlich vorausgesetzt, daß der Kaufkurs auch in der Kaufzone gemäß dem Stock Selection Guide liegt. Gründer war faktisch Thomas Alva Edison, der seine Edison Electric Company mit der Thomson-Houston Company 1892 fusionierte. Daraus entstand die General Electric Company. Chairman und Chief Executive Officer war von 1981 bis 2001 der legendäre John F. Welch, Jr., unter dessen Führung General Electric zu einem weltweit führenden Mischkonzern heranwuchs. An der Börse wurde dann allerdings übertrieben. So schrieb Finanz und Wirtschaft kürzlich: „Im Jahre 2000, im Höhepunkt der Welch-Vergötterung erreichte GE ein aufgeblähtes Kursgewinnverhältnis von 40.“ Seit 5 Jahren ist nunmehr Jeffrey Immelt Chairman und Chief Executive Officer. Er hat Investitionsfehler der Vergangenheit ausgemerzt, aus 11 Unternehmensbereichen 6 gemacht und Umsatz und Gewinn in einer sehr schwierigen Wirtschaftsperiode um 50% bzw. 45% erhöht. Für die Anleger war diese Periode gleichwohl sehr unbefriedigend, denn das KGV reduzierte sich von 40 auf unter 20 und hat damit die Basis einer Normalbewertung erreicht. In den ersten neun Monaten des Jahres 2006 beschleunigte sich die Ertragsentwicklung, so daß es wieder attraktiv ist, in GE anzulegen, zumal die Dividendenrendite mit 2,8% ebenfalls reizvoll ist. GE schüttet circa 50% des Gewinns aus, und das bedeutet seit 30 Jahren regelmäßig eine Dividendenerhöhung.

CENTROTEC Sustainable AG

CENTROTEC ist ein junges Unternehmen, welches in den letzten Jahren sehr schnell durch Akquisitionen, aber auch organisch durch seine gefragten Produktfelder wächst. 1998 wurde es von dem Gründer Guido Krass mit einem Jahresumsatz von 14 Millionen EUR an den Neuen Markt gebracht. Heute erwirtschaftet CENTROTEC ohne die soeben erworbene Wolf-Gruppe Heizungstechnik (Umsatz rund 200 Millionen EUR) einen Umsatz von 350 Millionen EUR. CENTROTEC sieht sich nun als ein Komplettanbieter für Lüftungs- und Abgassysteme sowie für Wärme- und Solartechnik in Gebäuden.
Vorrangiges Ziel ist nunmehr die Konsolidierung der Akquisitionen und organisches Wachstum. Dabei hat Vorstandschef Gert-Jan Huisman als Fernziel für die nächsten 3-5 Jahre die Aufnahme im M-Dax im Auge.

Nach oben

12/2006

Cemex S.A.

Der mexikanische Zementhersteller hat sich in den letzten 20 Jahren von einem kleinen lokalen Familienbetrieb durch geschickte Akquisitionen und  ein perfektes Integrationsmanagement zu einem der drei größten Zementhersteller neben Lafarge S.A., Frankreich, und Holcim AG, Schweiz, entwickelt. Motor dieser Erfolgsgeschichte ist Lorenzo Zambrano, der vor 20 Jahren die  Führung des Familienunternehmens übernommen hat. Der letzte Coup war die Übernahme der britischen RMC. Dadurch konnte  der Umsatz von 8,1 auf 15,3 Milliarden USD gesteigert und der Gewinn von 1,3 auf 2,1 Milliarden USD verbessert werden. Zur Zeit versucht Cemex  den australischen Baustofflieferanten Rinker zu übernehmen, allerdings  weist Rinker die Offerte aus Mexiko zurück. Cemex verspricht sich von der Akquisition  eine Stärkung der Marktposition  in den USA und ein jährliches Synergiepotential von 130 Millionen USD.

Vivacon AG

Vivacon ist eine Immobiliengesellschaft, die vorrangig Wohnungsanlagen erwirbt, sie modernisiert, um sie dann  in der Regel en bloc  mit Gewinn wieder zu veräußern. Grundsätzlich behält jedoch die Gesellschaft Grund und Boden und schließt mit  den Käufern Erbbaurechtsverträge über 99 Jahre ab. Hieraus erzielt Vivacon mittlerweile über 3 Millionen EUR  Erbbauzins jährlich. Im Jahre 2001 wurden die Aktien der Vivacon AG  an der Börse zum Handel zugelassen. Seitdem hat die Gesellschaft Gewinne erwirtschaftet, allerdings sind diese  in hohem  Maße davon abhängig, daß  mit Wohnungsverkäufen Erträge generiert  werden. Aufgrund der rasanten  Geschäftsentwicklung im Jahr 2005 stieg die Aktie 2006 auf über 48 EUR, sie wurde sogar kurzfristig in den M-DAX aufgenommen. Nach einer mißglückten Börseneinführung eines Tochterunternehmens  an der Londoner Börse,  fiel  nicht nur der Aktienkurs von 48 EUR auf unter 15 EUR, sondern Vivacon mußte auch der Deutz AG im M-DAX  wieder Platz machen. Jetzt ist das Management gefordert, durch gute  Immobilientransaktionen das Vertrauen der Anleger wieder aufzubauen. Ein Anfang ist schon im 3. Quartal 2006 mit dem Verkauf von 5000 Wohnungen gemacht worden, der Umsatz und Ertrag nach oben schnellen ließ.

Nach oben